ERF Plus - Wort zum Tag

Unbändige Freude

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Die Bibelstelle Apostelgeschichte 16,34 – ausgelegt von Jochen Eber.

Ein Gefängnisaufseher wird Christ. Er hat als Vater des Hauses das Sagen in seinem Haushalt. Heute würden wir das so ausdrücken: er ist der Chef des ganzen Clans. Was er sagt, das gilt. Was er macht, das macht die ganze Großfamilie. Er wird getauft zusammen mit „allen den Seinen“. So steht es im vorangehenden Vers. Alle feiern, dass sie getauft worden sind und jetzt Christen sind. Vers aus dem Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine für heute: „Der Kerkermeister freute sich mit seinem ganzen Hause, dass er zum Glauben an Gott gekommen war.“

Wie ist es dazu gekommen? Paulus hat zusammen mit Silas im nördlichen Griechenland, in der Stadt Philippi gepredigt. Dabei hat er auch einen bösen Geist ausgetrieben, von dem eine Frau besessen war. Deshalb werden Paulus und Silas zu Unrecht angeklagt: diese Leute stiften Aufruhr in unserer Stadt! Sie werden verhaftet, mit Stöcken verprügelt und ins Gefängnis geworfen.

Um Mitternacht beten und singen die beiden. Sie beten so laut, dass es die anderen Gefangenen hören. Ich kann mir vorstellen, dass die Knastkollegen nicht gerade erfreut sind.

Und dann passiert es ganz plötzlich: die Erde bebt stark, die Wände wackeln, die Ketten reißen aus ihrer Verankerung, die Türen springen auf. Für die abergläubischen Mitgefangenen ist es klar: Die beiden haben ihren Gott angerufen, und der hat sie erhört. Er hat das Erdbeben geschickt, um seinen Leuten zu helfen. Jetzt sind sie frei – und wir sind auch frei!

Das ist der schwärzeste Tag, die schwärzeste Nacht im Leben des Gefängnischefs. Er hat geschlafen und wird von dem Erdbeben geweckt. Er rennt zum Gefängnis. Dort sieht er die Gefängnistüren sperrangelweit offenstehen. Er denkt: jetzt sind die Gefangenen weg. Dafür hafte ich mit meinem Leben. Er weiß, was er jetzt tun muss. Er sagt sich: „Ich kann die Ehre meiner Familie nur retten, wenn ich mir selber das Leben nehme.“ Er zieht sein Schwert.

Paulus sieht das und schreit laut: Lass das bleiben, wir sind alle hier. Der Aufseher lässt sich eine Fackel bringen, er läuft in das Gefängnis hinein und sieht: Sie sind tatsächlich da! Nun ist er mit den Nerven fertig. Er zittert am ganzen Leib. Er wirft sich vor Paulus und Silas nieder, als wären sie seine Vorgesetzten, ja, als wären sie Götter, die er verehren muss. Sie haben ihm sein Leben gerettet. Und noch mehr: Sie predigen eine Religion, mit der sie selbst bei offenen Gefängnistüren nicht davonlaufen.

Deshalb will der Gefängnisaufseher Christ werden. Er lässt sich unterrichten und taufen.

Und dann diese unbändige Freude: Er freut sich, er hat Gott gefunden. Seine ganze Hausgemeinschaft freut sich mit ihm. Der Aufseher hatte den Tod vor Augen. Aber jetzt ist er gewiss: Er kann weiterleben. Doch nicht nur das. Er hat den wahren Gott kennengelernt und glaubt an Jesus Christus, seinen Sohn. Damit weiß er auch, dass er nach dem Tod ewig leben wird.

Haben Sie diese große Freude erlebt? Wollen Sie auch gewiss sein, dass Sie ewig leben werden? Lassen Sie sich die Freude und das ewige Leben von Jesus schenken. Bitten Sie ihn darum. Beten Sie zu Jesus. Am besten jetzt gleich.

Bibellesen unter bibleserver.com

Autor: Pfarrer Dr. Jochen Eber


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