Skip to content
Artwork for Episoden der Mediation (INKOVEMA-Podcast)
Episoden der Mediation (INKOVEMA-Podcast) · July 12 · 22 min

#36 EdM - Gesprächsregeln in der Mediation?

Weshalb wir von Gesprächsregeln und Gesprächsvorgaben die Finger lassen sollten. Kapitel 0:12 Gesprächsregeln einordnen 2:20 Warum Regeln abschrecken 5:23 Die Rolle des Dritten 8:15 Grenzen statt Vorschriften 12:41 Ein Fall aus der Praxis 17:54 Das Fazit zu Gesprächsregeln Zusammenfassung: In dieser Folge sprechen wir über Gesprächsregeln in der Mediation und darüber, welche Rolle sie im Verfahren spielen. Wir ordnen ein, dass viele Mediatoren Gesprächsregeln als zentral ansehen, wir aber davon abraten, Mediation als besonders regelgebundenes Verfahren zu präsentieren. Wir unterscheiden zwischen Fällen, in denen von Beginn an klare Grenzen nötig sind, etwa wenn es um Drohungen oder Beleidigungen geht, und den meisten Mediationen, in denen wir die Gesprächsregeln nicht selbst in den Vordergrund stellen sollten. Stattdessen sollen die Parteien den Konflikt bearbeiten und ihre eigenen Grenzen benennen. Wir betonen, dass wir als Mediatoren nicht in eine Polizistenrolle geraten wollen. Unsere Aufgabe ist es nicht, Schuldige zu benennen oder Regelverstöße zu sanktionieren, sondern die Beteiligten des Konfliktsystems in die Verantwortung zu bringen und destruktive Kommunikation für die Bearbeitung nutzbar zu machen. Außerdem sprechen wir darüber, wie wir mit Situationen umgehen, in denen eine Partei erwartet, dass wir einschreiten. Wir fragen dann zurück, was die Person von uns braucht und was sie selbst sagen oder verhandeln kann. So werden die Parteien ermutigt, ihre Grenzen klar zu formulieren und Konsequenzen bei Überschreitungen selbst mitzutragen. Wir achten als Mediatoren darauf, dass sie verstanden werden und wo sich im Zuge dessen, Un-Einigkeiten (Einverständnisse) zeigen. Zum Schluss fassen wir zusammen, dass Mediation nicht durch starre Gesprächsvorgaben glaubwürdig wird, sondern durch die Unterstützung bei Aushandlungsprozessen. Wir beschreiben auch ein Beispiel aus einer Trennungsmediation, in dem gerade die offene Thematisierung von Erwartungen und Enttäuschungen zu einem ehrlichen Dialog führte.

0:00-22:57

transcript

No transcript — this publisher did not publish one.

show notes

Weshalb wir von Gesprächsregeln und Gesprächsvorgaben die Finger lassen sollten.

Kapitel

0:12 Gesprächsregeln einordnen

2:20 Warum Regeln abschrecken

5:23 Die Rolle des Dritten

8:15 Grenzen statt Vorschriften

12:41 Ein Fall aus der Praxis

17:54 Das Fazit zu Gesprächsregeln

Zusammenfassung:

In dieser Folge sprechen wir über Gesprächsregeln in der Mediation und darüber, welche Rolle sie im Verfahren spielen. Wir ordnen ein, dass viele Mediatoren Gesprächsregeln als zentral ansehen, wir aber davon abraten, Mediation als besonders regelgebundenes Verfahren zu präsentieren.

Wir unterscheiden zwischen Fällen, in denen von Beginn an klare Grenzen nötig sind, etwa wenn es um Drohungen oder Beleidigungen geht, und den meisten Mediationen, in denen wir die Gesprächsregeln nicht selbst in den Vordergrund stellen sollten. Stattdessen sollen die Parteien den Konflikt bearbeiten und ihre eigenen Grenzen benennen.

Wir betonen, dass wir als Mediatoren nicht in eine Polizistenrolle geraten wollen. Unsere Aufgabe ist es nicht, Schuldige zu benennen oder Regelverstöße zu sanktionieren, sondern die Beteiligten des Konfliktsystems in die Verantwortung zu bringen und destruktive Kommunikation für die Bearbeitung nutzbar zu machen.

Außerdem sprechen wir darüber, wie wir mit Situationen umgehen, in denen eine Partei erwartet, dass wir einschreiten. Wir fragen dann zurück, was die Person von uns braucht und was sie selbst sagen oder verhandeln kann. So werden die Parteien ermutigt, ihre Grenzen klar zu formulieren und Konsequenzen bei Überschreitungen selbst mitzutragen. Wir achten als Mediatoren darauf, dass sie verstanden werden und wo sich im Zuge dessen, Un-Einigkeiten (Einverständnisse) zeigen.

Zum Schluss fassen wir zusammen, dass Mediation nicht durch starre Gesprächsvorgaben glaubwürdig wird, sondern durch die Unterstützung bei Aushandlungsprozessen. Wir beschreiben auch ein Beispiel aus einer Trennungsmediation, in dem gerade die offene Thematisierung von Erwartungen und Enttäuschungen zu einem ehrlichen Dialog führte.