Skip to content
Artwork for Emergence - Der KI-Podcast
Emergence - Der KI-Podcast · June 16 · 51 min

#9 Tech-Nationalismus. Warum Claude Fable wirklich verboten wurde.

Am Freitagabend, dem 13. Juni 2026, wurde das mächtigste KI-Modell der Welt per Regierungsbefehl abgeschaltet. Nicht reguliert, nicht mit einer Geldstrafe belegt — einfach abgeschaltet. Innerhalb von 90 Minuten. Anthropic hatte mit Mythos das stärkste KI-Modell aller Zeiten gebaut — und es freiwillig zurückgehalten, weil es zu gefährlich war. Vor allem beim Hacken: Senator Mark Warner, Mitglied im US-Geheimdienstausschuss, sagt, es sei "in fast alle geheimen Systeme der USA eingedrungen — nicht in Wochen, sondern in Stunden." Die Branche feierte Anthropic dafür, verantwortungsvoll gehandelt zu haben. Dann kam Fable 5 — die entschärfte Version für alle. Zwei Tage nach dem Launch meldet Amazon dem Weißen Haus, das Modell lasse sich jailbreaken. Die NSA bestätigt. Das halbe Kabinett telefoniert mit Anthropic-CEO Dario Amodei, der auf einem Wellness-Retreat sitzt. Er weigert sich, Fable offline zu nehmen. Um 17:21 Uhr erlässt die US-Regierung eine Exportkontroll-Direktive: 90 Minuten Frist, dann ist Schluss. Weltweit. Das ist kein Einzelfall. Das ist ein Muster — und es hat einen Namen: Techno-Nationalismus. Der Forscher Alex Capri beschreibt, wie Technologie zur vierten Achse staatlicher Macht geworden ist, neben Militär, Diplomatie und Wirtschaft. Die USA und China spalten die Welt in zwei technologische Blöcke. Und Europa? Steht dazwischen. In dieser Folge legen wir Schicht für Schicht frei, wie tief Europas digitale Abhängigkeit reicht: keine eigenen Frontier-Modelle, 80 Prozent der Cloud in US-Hand, kaum eigene Chipfertigung, abwandernde Talente, ein Bruchteil des Wagniskapitals. Unter den zehn wertvollsten Tech-Konzernen der Welt steht kein einziges europäisches Unternehmen. Aber die Folge endet nicht beim Befund. Souveränität heißt nicht Abschottung — sondern: nicht erpressbar sein. Es geht nicht darum, ein europäisches OpenAI zu bauen. Es geht darum, genug eigene Karten in der Hand zu haben, dass es zu teuer wird, uns abzuschalten. Und ein paar dieser Karten haben wir längst — wir nennen sie nur nicht so. Kontakt zu Paul Schmidt: Auf Instagram paulexplainsai oder unter www.one48.de Alle Quellen und Infos zur Folge hier: https://shorturl.at/0zNwe

0:00-51:42

transcript

No transcript — this publisher did not publish one.

show notes

Am Freitagabend, dem 13. Juni 2026, wurde das mächtigste KI-Modell der Welt per Regierungsbefehl abgeschaltet. Nicht reguliert, nicht mit einer Geldstrafe belegt — einfach abgeschaltet. Innerhalb von 90 Minuten.

Anthropic hatte mit Mythos das stärkste KI-Modell aller Zeiten gebaut — und es freiwillig zurückgehalten, weil es zu gefährlich war. Vor allem beim Hacken: Senator Mark Warner, Mitglied im US-Geheimdienstausschuss, sagt, es sei "in fast alle geheimen Systeme der USA eingedrungen — nicht in Wochen, sondern in Stunden." Die Branche feierte Anthropic dafür, verantwortungsvoll gehandelt zu haben.

Dann kam Fable 5 — die entschärfte Version für alle. Zwei Tage nach dem Launch meldet Amazon dem Weißen Haus, das Modell lasse sich jailbreaken. Die NSA bestätigt. Das halbe Kabinett telefoniert mit Anthropic-CEO Dario Amodei, der auf einem Wellness-Retreat sitzt. Er weigert sich, Fable offline zu nehmen. Um 17:21 Uhr erlässt die US-Regierung eine Exportkontroll-Direktive: 90 Minuten Frist, dann ist Schluss. Weltweit.

Das ist kein Einzelfall. Das ist ein Muster — und es hat einen Namen: Techno-Nationalismus. Der Forscher Alex Capri beschreibt, wie Technologie zur vierten Achse staatlicher Macht geworden ist, neben Militär, Diplomatie und Wirtschaft. Die USA und China spalten die Welt in zwei technologische Blöcke. Und Europa? Steht dazwischen.

In dieser Folge legen wir Schicht für Schicht frei, wie tief Europas digitale Abhängigkeit reicht: keine eigenen Frontier-Modelle, 80 Prozent der Cloud in US-Hand, kaum eigene Chipfertigung, abwandernde Talente, ein Bruchteil des Wagniskapitals. Unter den zehn wertvollsten Tech-Konzernen der Welt steht kein einziges europäisches Unternehmen.

Aber die Folge endet nicht beim Befund. Souveränität heißt nicht Abschottung — sondern: nicht erpressbar sein. Es geht nicht darum, ein europäisches OpenAI zu bauen. Es geht darum, genug eigene Karten in der Hand zu haben, dass es zu teuer wird, uns abzuschalten. Und ein paar dieser Karten haben wir längst — wir nennen sie nur nicht so.

Kontakt zu Paul Schmidt: Auf Instagram paulexplainsai oder unter www.one48.de
Alle Quellen und Infos zur Folge hier: https://shorturl.at/0zNwe

links2