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In dieser Folge trifft Sabine wieder auf eine, die weiß, wie es läuft in Behörden und in der Politik: Regierungsoberamtsrätin, Diplomverwaltungswirtin & Insiderin Ines. Sie kennt nicht nur Paragrafen, sondern auch die politischen Mechanismen dahinter. Gemeinsam nehmen die beiden eine Reihe aktueller Fälle auseinander, die Fragen aufwerfen. Die Stationen: Hamburg, Olpe, Greifenstein in Nordhessen, die Grafschaft Bentheim, Füssen und das Oberallgäu. Außerdem im Fokus: das neue Bundesjagdgesetz. Was sich für Jägerinnen und Jäger tatsächlich ändert – und wo die Grenzen liegen. Und dann, kurz vor Veröffentlichung dieser Folge, eine Nachricht aus Berlin, die alles verändert: Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer stellt neue Empfehlungen für wolfsabweisende Zäune vor – mit potenziell weitreichenden Folgen für Weidetierhaltende und den Wolfsschutz insgesamt. Bedeutet das das Ende der bisherigen Herdenschutzförderung? Sabine und Ines gehen in die Verlängerung, schieben eine Spätschicht im Studio ein und ordnen ein, was diese Entwicklung wirklich bedeutet. Den Anfang macht Sachsen-Anhalt: Ein getöteter Wolf wird offenbar zur Trophäe gemacht. Kopf, Beine und Schwanz abgetrennt, der Rumpf erst auf Druck an das Wolfskompetenzzentrum Iden (WZI) übergeben. Ein Einzelfall – oder ein beunruhigendes Signal für den Umgang mit einer streng geschützten Art? Auch Bayern liefert Gesprächsstoff: In Füssen taucht frühmorgens ein Wolf in der Fußgängerzone auf. Behörden und Medien reagieren mit den üblichen warnenden Tönen. Doch reicht eine solche Sichtung wirklich aus, um eine Entnahme zu rechtfertigen? Im Oberallgäu ist man bereits weiter: Dort liegt eine Abschussverfügung vor – beschlossen Ende April, veröffentlicht erst Wochen später. Sie gilt für einen Wolf in einem großflächigen Gebiet rund um den Kemptner Wald. Abschießen dürfen ihn alle Jagdausübungsberechtigten, sogar mit Nachtsichttechnik. Gleichzeitig wundern sich Anwohner: Offizielle Rissdaten fehlen, und Schafe sind kaum vorhanden. Sind die Voraussetzungen für diesen Eingriff überhaupt gegeben? In der Grafschaft Bentheim wurden gleich zwei Wölfe zum Abschuss freigegeben – trotz offenbar lückenhaften Herdenschutzes. Parallel mahnt die Landesjägerschaft Niedersachsen plötzlich selbst zur Zurückhaltung und verweist auf den Schutz von Elterntieren. Ein Umdenken oder strategische Positionierung? Dazu kommen Rissserien in Hessen und NRW sowie neue Details aus Hamburg: Die Umweltbehörde legt den tatsächlichen Ablauf eines Vorfalls offen, bei dem eine Frau verletzt wurde – allerdings erst Wochen später und erst nach externem Druck. Warum diese Verzögerung? Und als ob das noch nicht reicht, hat Ines ganz zum Schluss noch eine weitere besorgniserregende Nachricht: Mit einer subtilen Umfrage unter Weidetierhaltenden soll die Integrität der Dokumentations‑ und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf in Frage gestellt werden. Der Abgesang auf die Wissenschaft hat begonnen - wir setzen Fakten dagegen!
Der Wolfspodcast ist eine Produktion von Sabine Sebald
Der Podcast wird ehrenamtlich aus eigenen Mitteln produziert und finanziert. Er richtet sich gegen Falschinformationen und arbeitet auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und sorgfältig recherchierter Fakten. Es entstehen Kosten für die redaktionelle Arbeit, den Hoster, das webbasierte Aufnahmetool, Studiotechnik, Technikdienstleister sowie Marketing (Flyer & Co.).
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Kontakt zur Redaktion:
Redaktion: Sabine Sebald
Technik und Produktion: Thomas Ganswindt
Cover-Design und Foto: Matthias Kays
Sprecher: Steffen Schambach
DBBW, die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf:
Wolf in der Füssener Innenstadt:
Wolf in Füssen gesichtet: Muss das Tier sterben oder kann es bleiben?:
Allgäuer Behörden genehmigen Abschuss eines auffälligen Wolfs:
In der Grafschaft Bentheim gab es den wohl größten Wolfsangriff, der jemals in Niedersachsen nachgewiesen wurde:
https://www.pirsch.de/news/groesstem-wolfsangriff-aller-zeiten-abschussgenehmigung-erteilt-43194
Greifenstein in Nordhessen:
https://www.ffh.de/nachrichten/hessen/mittelhessen/467439-greifenstein-woelfe.html#google_vignette
Olpe: Landwirtschaftlicher Kreisverband beantragt Abschuss von Wolf GW1896m:
Bei den 4 Rissvorfällen in Wenden mit insgesamt 38 gerissene Schafe war kein Grundschutz vorhanden. Beim Riss am 4.5. hat GW1896m Grundschutz überwunden. Dabei wurde 1 Schaf getötet:
https://wolf.nrw/wolf/de/nutztierfaelle
Kreisverwaltung Olpe bestätigt: es lag kein Herdenschutz vor:
TV-Beitrag zum Thema:
https://www1.wdr.de/mediathek/video/nrw-video/wolf-schafe-olpe-102.html
Die ANCA Pressemitteilung: "Wo ist die Hüterin der Verträge geblieben?":
Hamburg:
BfN-Schriften 692 – Herdenschutz am Steilhang in der Praxis. Die Studie behandelt Herdenschutz an Steilhang-/Mittel- und Hochgebirgsstandorten auf Basis von Betriebsbesichtigungen und Praxisempfehlungen:
BfN-Schriften 680 – Herdenschutz am Deich in der Praxis. Die Studie fasst Erfahrungen von Weidetierhaltenden und Betriebsbesichtigungen zum Herdenschutz auf Deichen zusammen:
BfN-Skripten 530 – Empfehlungen zum Schutz von Weidetieren und Gehegewild vor dem Wolf DBBW gemeinsam mit dem BfN, Das Skript formuliert die fachlichen Anforderungen an Herdenschutzmaßnahmen und wurde mit Expertinnen und Experten des Herdenschutzes in den Ländern abgestimmt:
Fachliche Grundlagen zum Schutz von Weidetieren und Gehegewild vor dem Wolf liegen vor NuL-Ausgabe 05/2019, BfN. Der Beitrag erläutert die fachliche Grundlage von BfN/DBBW zu Herdenschutzmaßnahmen und verweist auf BfN-Skript 530:
Weidetierhaltung und Wolf – Herausforderungen und Empfehlungen NuL-Ausgabe 09/10-2017, BfN. Der Beitrag behandelt Mindestschutz, empfohlenen Schutz, elektrische Zäune, Herdenschutzhunde sowie die besondere Problematik von Deich- und Almbeweidung:
https://www.bfn.de/sites/default/files/BfN/artenschutz/Dokumente/weidetierhaltungundwolf.pdf
Herdenschutz am Deich und Steilhang in der Praxis. Der Projektsteckbrief beschreibt das Ressortforschungsvorhaben, aus dem die BfN-Schriften 680 und 692 hervorgegangen sind:
https://www.bfn.de/projektsteckbriefe/herdenschutz-am-deich-und-steilhang-der-praxis
BfN-Schriften 201 – Leben mit Wölfen. Leitfaden für den Umgang mit einer konfliktträchtigen Tierart in Deutschland. Das ist ein allgemeiner Wolfsmanagement-Leitfaden, nicht speziell Herdenschutz; wegen seines Managementbezugs kann er trotzdem als Hintergrundschrift relevant sein:
Urteile EuGH zu Herdenschutz: Urt. v. 11.07.2024 – C-601/22, WWF Österreich/Tirol. Der EuGH nennt dort zwar keinen technischen Zaunstandard wie „120 cm“, sondern setzt einen unionsrecht lichen Prüfungsstandard: Vor einer Wolfsentnahme müssen nicht-tödliche, vorbeugende Herden- schutzmaßnahmen konkret geprüft werden; ihre Kosten dürfen berücksichtigt werden, aber nicht ausschlaggebend sein. Die Curia-Pressemitteilung fasst dies ausdrücklich unter „Almschutzmaß nahmen“ zusammen und nennt als Beispiele Zäune, Hirtenhunde und Begleitung durch Hirten:
EU-Förderungen für den Schutz vor großen Beutegreifern:
https://www.dbb-wolf.de/
dbb-wolf.de