107: Sind uns Wölfe zu nah?
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show notes
In dieser Folge trifft Sabine Dr. Andreas Moser – Biologe, Wissenschaftsjournalist und vielen als Moderator aus Jahrzehnten beim Schweizer Fernsehen bekannt. In zahlreichen Dokumentationen hat er sich mit Wölfen beschäftigt. Seit 2021 im Ruhestand, setzt er seine langjährige Recherche in seinem neuen Buch fort: „Wölfe – sind sie uns zu nah? Eine Recherche zum Wesen von Wölfen, Hunden und Menschen“.
Das Gespräch rückt den Wolf in ein anderes Licht. Moser betrachtet ihn nicht nur als Predator, sondern vor allem als soziales, lernfähiges und fürsorgliches Tier. Wölfe leben in Familien, kommunizieren, lernen voneinander und kümmern sich um ihren Nachwuchs und um Schwächere. In vielem, so berichtet der Biologe, ähneln sie uns Menschen mehr, als wir vermuten.
Doch der Wolf, über den wir sprechen, ist nicht immer der reale Wolf. In unseren Köpfen und in der Politik dient er längst als Projektionsfläche – für biologische Ängste, kulturelle Vorstellungen und gesellschaftliche Konflikte. Der „böse Wolf“ aus Märchen und Schlagzeilen hat mit dem wirklichen Tier wenig gemein.
Andreas Moser spricht über die evolutionäre Reise vom Wolf zum Hund und darüber, was diese besondere Beziehung über uns Menschen verrät. Er zeigt, woher unsere tiefe Wolfsangst stammt, wie sie psychologisch wächst und kulturell immer wieder neu entsteht – und warum wissenschaftliche Erkenntnisse und politische Wolfsbilder so oft auseinanderklaffen.
Ein intensives und ehrliches Gespräch über Wölfe, Hunde und Menschen, über Jahrzehnte filmischer und journalistischer Arbeit – und über die Frage, ob wir den Wolf erst dann wirklich verstehen, wenn wir bereit sind, unsere eigenen Vorstellungen von ihm zu hinterfragen.
Der Wolfspodcast ist eine Produktion von Sabine Sebald
Der Podcast wird ehrenamtlich aus eigenen Mitteln produziert und finanziert. Er richtet sich gegen Falschinformationen und arbeitet auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und sorgfältig recherchierter Fakten. Es entstehen Kosten für die redaktionelle Arbeit, den Hoster, das webbasierte Aufnahmetool, Studiotechnik, Technikdienstleister sowie Marketing (Flyer & Co.).
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Kontakt zur Redaktion:
Redaktion: Sabine Sebald
Technik und Produktion: Thomas Ganswindt
Cover-Design und Foto: Matthias Kays
Sprecher: Steffen Schambach
Über den Gast dieser Folge:
Dr. Andreas Moser ist Biologe, Tierfilmer und war über 33 Jahre lang Redaktionsleiter und Moderator der SRF-Dokumentarreihe „Netz Natur". Für seine Verdienste um die naturwissenschaftliche Dokumentation erhielt er 2006 die Ehrendoktorwürde der Universität Zürich. Seit 1995 begleitet er die Rückkehr der Wölfe in die Schweiz filmisch und publizistisch. Im März 2026 erschien sein umfassendes Werk „Wölfe – sind sie uns zu nah? Eine Recherche zum Wesen von Wölfen, Hunden und Menschen" (Hier und Jetzt Verlag). Auch nach seiner Pensionierung 2021 bleibt er als Vortragsredner, Berater und Autor zu Themen wie Wolfmanagement und Naturschutz aktiv.
Die Kompetenz- und Wissensplattform für Naturfragen, die Andreas Moser nach seiner Zeit beim Schweizer Fernsehen gegründet hat:
https://www.linkedin.com/in/andreas-moser-643808211
Das neue Buch von Andreas Moser: Wölfe – sind sie uns zu nah? Eine Recherche zum Wesen von Wölfen, Hunden und Menschen:
https://www.hierundjetzt.ch/de/catalogue/wolfe-sind-sie-uns-zu-nah_25000035/
Die Rezension von Elli H. Radinger:
https://www.elli-radinger.de/buchtipp-woelfe-sind-sie-uns-zu-nah/
Die besprochene Dokumentation vom Schweizer Fernsehen aus der Sendereihe "Netz Natur" von 2020. "Erklärungen zum Wolf":
Weitere Dokumentationen von Andreas Moser:
https://www.playsuisse.ch/de/show/830959
https://www.srf.ch/sendungen/school/physik-chemie-biologie/wolf
https://www.srf.ch/sendungen/dok/srf-dok-woelfe-und-das-alte-spiel-mit-aengsten
Publikationen über Andreas Moser:
Das angesprochene Buch über die Aborigines von Bill Gammage: The Biggest Estate on Earth: How Aborigines Made Australia* Verlag: Allen & Unwin, 2011:
https://books.google.de/books?id=aUddY9fGkNMC&printsec=frontcover&redir_esc=y#v=onepage&q&f=false
Die wissenschaftliche Arbeit von Bridgett M Vonholdt zu Varianten in Genen bei Hunden, die mit dem menschlichen Williams-Beuren-Syndrom assoziiert sind:
https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.1700398
Die bibliografische Referenz der Dingo-Studie:
Koungoulos, L. (2021). Domestication Through Dingo Eyes: An Australian Perspective on Human-Canid Interactions Leading to the Earliest Dogs. Human Ecology, 49(6), 691–705. https://doi.org/10.1007/s10745-021-00262-9
https://link.springer.com/article/10.1007/s10745-021-00262-9
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