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Data Navigator · October 12 · 56 min

Wie das Handwerk vom Data Act profitiert

mit Dr. Fabian Schnabel In Jubiläumsfolge 50. sprechen Dr. Martin Schirmbacher, Partner und Fachanwalt für IT-Recht bei HÄRTING Rechtsanwälte und Dr. Hubertus von Roenne, Partner bei der Strategieberatung Upgrade mit Dr.-Ing. Fabian Schnabel, Leiter der Beratungsstelle für Innovation und Technologie beim Fachverband Tischler NRW. Sie sprechen darüber, warum Daten im Handwerk zwar überall entstehen, aber kaum fließen, und was Data Act, Digitaler Produktpass und Standardisierung daran ändern können. Es geht um folgende Themen: Daten im Handwerk: Von Fahrzeugdaten in Kfz-Werkstätten über Bedarfsprognosen in Bäckereien bis zur Stückliste in der Tischlerei, um die sich alles dreht. Die Prozesskette der Tischlerei: Vom Rendering im Angebot über die Konstruktion im CAD und die herstellereigene CAM-Software bis zur CNC-Maschine und zurück ins ERP. Vernetzte Fertigung ohne Interoperabilität: Arbeiten mehrere Betriebe an einem Auftrag, wird dieselbe Konstruktion bei jedem Partner neu gezeichnet. Vendor-Lock-in als Existenzrisiko: Eine neue Maschine läuft trotz Zusage nicht mit der vorhandenen Software, und die Produktion steht wochenlang. Grenzen des Data Act: Die Maschinendaten sind erfasst, die eigentlich relevanten Daten liegen aber oft in der Software. Die Innung als Bündler: Workshops, Use Cases und Gespräche mit Maschinen- und Softwareherstellern, bei denen sich die Spreu schnell vom Weizen trennt. Standards: Mit ECLASS und IDM aus der Möbelindustrie sollen Produktdaten für Innenausbau und weitere Bereiche nutzbar werden. Digitaler Produktpass: Er kommt aus der Ökodesign-Verordnung, nicht aus dem Data Act, und kann zum Katalysator für Interoperabilität werden. Bei Einzelanfertigung droht aber ein unverhältnismäßiger Aufwand. KI im Handwerk: Ohne Zugriff auf die eigenen Daten aus 20 oder 30 Jahren bleibt es bei generischen KI-Tools statt gewerkspezifischer Lösungen. Digital Omnibus: Gefordert werden offene, dokumentierte APIs, Mustervertragsklauseln und Daten mit Metadaten statt „Müll ohne Syntax“. Neutrale Dateninfrastrukturen: Genossenschafts- oder Stiftungsmodelle nach dem Vorbild der Open Logistics Foundation. Appell an die Betriebe: Die eigenen Prozesse rund um die Stückliste prüfen, bei Herstellern informell nach den Daten fragen und Rechte aus Art. 3 und 4 einfordern. Kernbotschaft: Im Handwerk scheitert die Datenökonomie nicht an fehlendem Interesse, sondern an fehlender Interoperabilität und Vendor-Lock-in. Der Data Act hilft dabei nur begrenzt, Innungen und Verbände können aber als Bündler die Durchsetzung skalieren, die einem Zehn-Personen-Betrieb allein nicht gelingt. Aus dieser Folge ECLASS und der Digitale Produktpass Daten Competence Center e.V. (IDM) Open Logistics Foundation ConstructX, Datenrauminitiative des ZVEH für das Handwerk Jetzt abonnieren: Data Navigator Newsletter Data Navigator Newsletter – Immer montags, alle zwei Wochen neu Weitere Folgen zum Thema Folge 49 – Ein Jahr Data Act – Warum fließen so wenig Daten? Folge 48 – Agrardaten veredeln – Data Act im Digital Farming mit Martin Wietkamp, Bayer Folge 46 – Data Act braucht Vertrauen in Infrastruktur mit Ulrich Ahle, Gaia-X Folge 42 – Der Data Act als Gefahr für Geschäftsgeheimnisse mit Dominik Ebeling, Rolls-Royce Power Systems Allgemeine Informationen zum Data Act Data Act in der vom Rat der Europäischen Union am 27.11.2023 verabschiedeten Fassung FAQ zum Data Act: “Sie fragen, wir antworten: So trifft der Data Act Ihr Unternehmen!”

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mit Dr. Fabian Schnabel

In Jubiläumsfolge 50. sprechen Dr. Martin Schirmbacher, Partner und Fachanwalt für IT-Recht bei HÄRTING Rechtsanwälte und Dr. Hubertus von Roenne, Partner bei der Strategieberatung Upgrade mit Dr.-Ing. Fabian Schnabel, Leiter der Beratungsstelle für Innovation und Technologie beim Fachverband Tischler NRW. Sie sprechen darüber, warum Daten im Handwerk zwar überall entstehen, aber kaum fließen, und was Data Act, Digitaler Produktpass und Standardisierung daran ändern können.

Es geht um folgende Themen:

  • Daten im Handwerk: Von Fahrzeugdaten in Kfz-Werkstätten über Bedarfsprognosen in Bäckereien bis zur Stückliste in der Tischlerei, um die sich alles dreht.
  • Die Prozesskette der Tischlerei: Vom Rendering im Angebot über die Konstruktion im CAD und die herstellereigene CAM-Software bis zur CNC-Maschine und zurück ins ERP.
  • Vernetzte Fertigung ohne Interoperabilität: Arbeiten mehrere Betriebe an einem Auftrag, wird dieselbe Konstruktion bei jedem Partner neu gezeichnet.
  • Vendor-Lock-in als Existenzrisiko: Eine neue Maschine läuft trotz Zusage nicht mit der vorhandenen Software, und die Produktion steht wochenlang.
  • Grenzen des Data Act: Die Maschinendaten sind erfasst, die eigentlich relevanten Daten liegen aber oft in der Software.
  • Die Innung als Bündler: Workshops, Use Cases und Gespräche mit Maschinen- und Softwareherstellern, bei denen sich die Spreu schnell vom Weizen trennt.
  • Standards: Mit ECLASS und IDM aus der Möbelindustrie sollen Produktdaten für Innenausbau und weitere Bereiche nutzbar werden.
  • Digitaler Produktpass: Er kommt aus der Ökodesign-Verordnung, nicht aus dem Data Act, und kann zum Katalysator für Interoperabilität werden. Bei Einzelanfertigung droht aber ein unverhältnismäßiger Aufwand. KI im Handwerk: Ohne Zugriff auf die eigenen Daten aus 20 oder 30 Jahren bleibt es bei generischen KI-Tools statt gewerkspezifischer Lösungen. Digital Omnibus: Gefordert werden offene, dokumentierte APIs, Mustervertragsklauseln und Daten mit Metadaten statt „Müll ohne Syntax“. Neutrale Dateninfrastrukturen: Genossenschafts- oder Stiftungsmodelle nach dem Vorbild der Open Logistics Foundation. Appell an die Betriebe: Die eigenen Prozesse rund um die Stückliste prüfen, bei Herstellern informell nach den Daten fragen und Rechte aus Art. 3 und 4 einfordern.

Kernbotschaft: Im Handwerk scheitert die Datenökonomie nicht an fehlendem Interesse, sondern an fehlender Interoperabilität und Vendor-Lock-in. Der Data Act hilft dabei nur begrenzt, Innungen und Verbände können aber als Bündler die Durchsetzung skalieren, die einem Zehn-Personen-Betrieb allein nicht gelingt.

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