
CL087 Die Reise zum Mond II: von Sputnik bis Artemis
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Nach den Raketenpionieren und den Anfängen der Raumfahrtgeschichte geht es in dieser Folge weiter mit dem eigentlichen Wettlauf ins All.
Eva und Jana verfolgen die Ereignisse vom Start des ersten Satelliten Sputnik 1 über Juri Gagarins historischen Flug bis zu John F. Kennedys berühmtem Versprechen, noch vor Ende der 1960er Jahre Menschen auf den Mond zu bringen.
Wie reagierten die USA auf die frühen Erfolge der Sowjetunion? Und welche technischen Schritte waren notwendig, um aus einer Vision Realität werden zu lassen? Die beiden sprechen über die Programme Mercury, Gemini und Apollo, die Tragödie von Apollo 1, die legendäre Earthrise-Aufnahme von Apollo 8 und die erste Mondlandung von Apollo 11. Doch die Geschichte endet nicht mit Neil Armstrongs berühmtem ersten Schritt. Auch die späteren Apollo-Missionen und die Frage, warum nach Apollo 17 niemand mehr den Mond betreten hat, stehen im Mittelpunkt dieser Folge.
Außerdem werfen Eva und Jana einen Blick auf die sowjetischen Mondpläne und stellen die spannende Frage, ob die UdSSR jemals Chancen auf eine eigene Mondlandung hatte.
Schließlich geht es zurück in die Gegenwart: Warum interessiert sich die Menschheit heute wieder für den Mond? Welche Ziele verfolgt das Artemis-Programm? Und weshalb könnte der Mond diesmal nicht nur ein Reiseziel, sondern ein dauerhafter Außenposten der Menschheit werden?
Von Sputnik bis Artemis
Im zweiten Teil unserer Reise zum Mond verlassen wir die Welt der Raketenpioniere und steigen direkt in das Space Race ein.
Nachdem wir in der letzten Folge die Geschichten von Jules Verne, Konstantin Ziolkowski, Robert Goddard, Hermann Oberth und Wernher von Braun kennengelernt haben, beginnt diesmal die Phase, in der die Raumfahrt von einer Vision zu einem globalen (politischen) Wettlauf wird.
Der Wettlauf ins All beginnt
Den Auftakt macht das Jahr 1957. Mit dem Start von Sputnik 1 gelingt der Sowjetunion ein historischer Erfolg: Zum ersten Mal umkreist ein künstlicher Satellit die Erde. Für die USA ist das ein Schock, denn plötzlich scheint die Sowjetunion im Wettlauf der Systeme die Nase vorn zu haben. Dieser Eindruck verstärkt sich wenige Jahre später noch weiter, als Juri Gagarin als erster Mensch ins All fliegt und die sowjetische Raumfahrt einen Erfolg nach dem anderen erzielt. Diese Ereignisse beeinflussten die amerikanische Politik wesentlich, weshalb John F. Kennedy 1961 sein berühmtes Ziel formulierte: Noch vor Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond landen und sicher zur Erde zurückbringen. Was damals wie eine beinahe unmögliche Ankündigung klang, wurde zum Ausgangspunkt eines der größten Technologieprojekte der Menschheitsgeschichte.
Die Entwicklung der NASA-Programme Mercury und Gemini schufen die Grundlagen für die spätere Mondlandung. Dabei geht es um die Herausforderungen des Lebens im All, das Andocken von Raumfahrzeugen, Weltraumausstiege und die vielen technischen Probleme, die gelöst werden mussten, bevor überhaupt an eine Reise zum Mond zu denken war.
Die Apollo-Missionen bauen auf die Erkenntnisse der vorangegangenen Programme auf. Mit ihnen beginnt die bemannte Raumfahrt. Die Tragödie von Apollo 1 im Jahr 1967, bei der die Astronauten Gus Grissom, Ed White und Roger Chaffee sterben, zeigt, dass es nicht ein geradliniger Erfolgsweg ist und wie riskant die Mondfahrt ist. Nach technischen und organisatorischen Änderungen erfolgt schließlich mit Apollo 8 die erste bemannte Umrundung des Mondes, mit Apollo 10 die Generalprobe für die historische Landung von Apollo 11: Am 20. Juli 1969 setzte das Landemodul Eagle im Mare Tranquillitatis auf, und Neil Armstrong und Buzz Aldrin betreten als erste Menschen den Mond, während Michael Collins im Kommandomodul im Orbit blieb. Armstrongs erster Schritt auf dem Mond wurde zu einem der bekanntesten Momente der Geschichte. Doch Apollo 11 war nicht das Ende, sondern der Anfang der bemannten Monderkundung. Die späteren Missionen Apollo 12 bis Apollo 17 machten aus dem politischen Prestigeprojekt zunehmend eine wissenschaftliche Expedition. Mit dem Mondauto konnten größere Strecken zurückgelegt werden, Geologen wurden Teil der Besatzungen und immer umfangreichere Experimente durchgeführt. Mit Apollo 17 erfolgte 1972 die bislang letzte bemannte Mondlandung. Eugene Cernan ist seitdem der letzte Mensch, der den Mond betreten hat.
Obwohl die Technik vorhanden war und weitere Missionen geplant waren, wurde das Apollo-Programm danach beendet. Eva und Jana sprechen über die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gründe dafür sowie darüber, warum das Interesse am Mond nach dem Ende des Wettlaufs ins All überraschend schnell nachließ.
Hätte die Sowjetunion das Space Race gewinnen können?
Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die sowjetische Seite der Geschichte. Welche Chancen hatte die Sowjetunion tatsächlich, Menschen auf dem Mond landen zu lassen? Denn obwohl sie über eine eigene Mondrakete, die N1, verfügten, ist Russland bis heute nicht am Mond gelandet. Der für die Entwicklungen von Sputnik 1, Gagarins Flug und der Sojus-Raketen verantwortliche Chefkonstrukteur Sergej Koroljow starb bereits 1966. Historiker gehen heute davon aus, dass die UdSSR Anfang der 1970er Jahre vermutlich in der Lage gewesen wäre, am Mond zu landen – wenn Koroljow nicht gestorben wäre und die Finanzierung gesichert gewesen wäre.
Die Gegenwart
Zum Abschluss werfen Eva und Jana einen Blick in die Gegenwart. Nach mehr als fünfzig Jahren Pause steht der Mond erneut im Mittelpunkt der Raumfahrt. Das Artemis-Programm der NASA verfolgt diesmal andere Ziele als Apollo: Statt eines kurzen Besuchs sollen langfristige Aufenthalte, wissenschaftliche Forschung, die Nutzung von Ressourcen vor Ort und die Vorbereitung zukünftiger Marsmissionen ermöglicht werden.
Tipp: In Folge 42 von Cosmic Latte reden Eva und Elka über die Besiedlung des Mondes: Mond Basis 2030: Werden wir bald auf dem Mond leben? Die Episode über die realen Möglichkeiten der Mondbesiedlung und wie eine zukünftige Mondbasis aussehen könnte.
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