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Artwork for Captain Kraushaar
Captain Kraushaar · July 20 · 4 min

#15 Ein Leben im Watt

Albertus Akkermann auf Borkum Es gibt Menschen, die zu einem Ort gehören. Und es gibt Menschen, die selbst zu einem Stück Heimat werden. Albertus Akkermann war einer von ihnen. Der Borkumer Wattführer, Musiker und Inselbotschafter ist am 11. Juli 2026 im Alter von nur 59 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Über mehr als 35 Jahre führte er rund 350.000 Menschen auf über 10.500 Wattwanderungen hinaus ins UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer – und machte jede Tour zu weit mehr als einer Naturführung. Mit Geschichten, norddeutschem Humor und seinem Akkordeon schuf er Momente, die viele nie vergessen haben. Zwischen Prielen und Schlick erklangen Lieder von Jacques Brel, Rio Reiser und eigene Kompositionen. Sein legendäres „Watt’n Konzert“ machte aus einer Wanderung ein emotionales Erlebnis und aus dem Watt eine Bühne. Während der Corona-Pandemie spielte Albertus allein am Strand für all jene, die ihre Insel vermissten. Mit seiner Musik brachte er Hoffnung und ein Stück Borkum in die Wohnzimmer vieler Menschen. Als Musiker der Band Triangel und als Komponist des bekannten Töwerland-Lieds hat er die Kultur seiner Heimat nachhaltig geprägt. Auch ich durfte Albertus mehrfach auf Kreuzfahrten erleben. Er war einer dieser seltenen Menschen, die keine große Bühne brauchten. Sobald er sein Akkordeon in die Hand nahm, wurde es still. Nicht, weil die Musik laut war, sondern weil sie ehrlich war. Sie klang nach Salz, Wind und Heimat. Diese Folge erinnert an einen außergewöhnlichen Menschen, dessen Spuren weit über Borkum hinausreichen. Sein Abschiedsgruß war immer derselbe: „Laat jo nich unnerkriegen.“ Ein schöneres Vermächtnis kann man kaum hinterlassen. Mach’s gut, Bertus. Das Watt wird deine Schritte vermissen. Und irgendwo zwischen Ebbe und Flut wird dein Akkordeon noch lange weiterspielen. In unseren Herzen sowieso.

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show notes

Albertus Akkermann auf Borkum

Es gibt Menschen, die zu einem Ort gehören. Und es gibt Menschen, die selbst zu einem Stück Heimat werden. Albertus Akkermann war einer von ihnen.

Der Borkumer Wattführer, Musiker und Inselbotschafter ist am 11. Juli 2026 im Alter von nur 59 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Über mehr als 35 Jahre führte er rund 350.000 Menschen auf über 10.500 Wattwanderungen hinaus ins UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer – und machte jede Tour zu weit mehr als einer Naturführung.

Mit Geschichten, norddeutschem Humor und seinem Akkordeon schuf er Momente, die viele nie vergessen haben. Zwischen Prielen und Schlick erklangen Lieder von Jacques Brel, Rio Reiser und eigene Kompositionen. Sein legendäres „Watt’n Konzert“ machte aus einer Wanderung ein emotionales Erlebnis und aus dem Watt eine Bühne.

Während der Corona-Pandemie spielte Albertus allein am Strand für all jene, die ihre Insel vermissten. Mit seiner Musik brachte er Hoffnung und ein Stück Borkum in die Wohnzimmer vieler Menschen. Als Musiker der Band Triangel und als Komponist des bekannten Töwerland-Lieds hat er die Kultur seiner Heimat nachhaltig geprägt.

Auch ich durfte Albertus mehrfach auf Kreuzfahrten erleben. Er war einer dieser seltenen Menschen, die keine große Bühne brauchten. Sobald er sein Akkordeon in die Hand nahm, wurde es still. Nicht, weil die Musik laut war, sondern weil sie ehrlich war. Sie klang nach Salz, Wind und Heimat.

Diese Folge erinnert an einen außergewöhnlichen Menschen, dessen Spuren weit über Borkum hinausreichen.

Sein Abschiedsgruß war immer derselbe:

„Laat jo nich unnerkriegen.“

Ein schöneres Vermächtnis kann man kaum hinterlassen.

Mach’s gut, Bertus. Das Watt wird deine Schritte vermissen. Und irgendwo zwischen Ebbe und Flut wird dein Akkordeon noch lange weiterspielen. In unseren Herzen sowieso.