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Buchgefühl - Lesung und Gespräch

Bayerischer Rundfunk

Zum Lächeln, zum Weinen, zum Nachdenken, zum Aktivwerden? - Dieser Podcast zieht ins Buch: mit O-Tönen und Gespräch mit dem Autor und der Autorin, mit einem Ausschnitt aus dem Text, gelesen von Schauspielern und Schauspielerinnen. Und mit ein bisschen Musik. Oft Roman; manchmal Sachbuch, immer eine Empfehlung.

  • 20 episodes
  • Updated Friday

Episodes20

  • Friday · 4 min

    Buchgefühl Sommerpost 2026: Prominenz

    Ohne Lesung und Gespräch, mit Judith Heitkamp und Niels Beintker und kleinen Hör-Tipps für die Saison. Und Folgen, die sich um berühmte Menschen gedreht haben. Hosts: Judith Heitkamp, im Rucksack immer Laptop und Buch. Und Niels Beintker, neben dem Buch immer ein Laptop. Hörtipp: Buchgefühl – unsere Folge mit Anne Akrich und (indirekt) Kylian Mbappé. Buchgefühl - Lesung und Gespräch · Anne Akrich: Kylian und das Buch meines Lebens · Podcast in ARD Sounds. Oder unsere Folge mit Craig Brown und (indirekt) Queen Elizabeth Buchgefühl - Lesung und Gespräch · Craig Brown: Q. Das unglaubliche Leben der Queen · Podcast in ARD Sounds Oder die anderen Folgen.

  • July 24 · 41 min

    Özge Inan: Die Dichterin

    Lesung und Gespräch. Volle Empörung! Auch sie reagiere meist so auf Plagiate, erzählt Özge Inan uns. Aber wenn es doch komplizierter ist? So wie in ihrem Roman um eine tolle Autorin und eine tolle Journalistin? Und um tolle Texte? „Die Dichterin“ war das zweite Buch und „unendlich viel leichter!“ zu schreiben als das erste – seufzt Özge Inan; was den landläufigen Vorstellungen vom zweiten literarischen Aufschlag widerspricht. Aber der erste Roman („Natürlich kann man hier nicht leben“, 2023) spielt in der Türkei der 80er Jahre, da war viel zu recherchieren - der zweite dagegen ist im heutigen Berlin und im Literaturbetrieb verortet. Klar also, was für die 1997 geborene Autorin näher ist. Das Thema: Plagiatsvorwürfe. Eine angesagte junge Dichterin aus benachteiligten Verhältnissen wird zum neuen Shootingstar am Literaturhimmel. Dann aber recherchiert eine – ebenfalls sehr ehrgeizige – Journalistin ihr Vorleben … Auch die Berufe ihrer Hauptfiguren sind der Journalistin und Autorin Özge Inan vertraut: Im Roman, so erzählt sie Buchgefühl-Host Judith Heitkamp, konnte sie sich mit den Tücken beider Rollen auseinandersetzen, mit denen sie auch selbst manchmal hadere. Emma und Nazanin – sie wollen beide Erfolg. Zu welchem Preis? Und hat diese sensationelle junge Schriftstellerin ihre umwerfenden Gedichte vielleicht gar nicht selbst geschrieben? Letzte Buchgefühl-Folge vor der Sommerpause! Gast: Özge Inan, wollte immer schon Schriftstellerin und Journalistin werden (was ihr auch gelungen ist) – trotzdem hat sie zwischendurch auch noch Jura abgeschlossen. Bei Plagiatsfällen nach Eigenauskunft bisher „…schon erstmal auf der Seite des Mobs“. Host: Judith Heitkamp, wünscht keinem im Literatur-Business eine Geschichte wie die von Emma und Nazanin. Sprecherin: Anne Müller, derzeit auch im Polizeiruf 110 zu sehen, gerne in Buchgefühl zu hören. Buch: Özge Inan, Die Dichterin, Piper Verlag, erscheint am 31. 7. – bei uns schon eine Woche vorher, dankeschön! Hörtipp: Über eins sind alle im Roman sich einig: die Gedichte, um die es geht – die sind sensationell. Große Literatur überdauert Plagiatsaffären. „Große Geschichten“ - gibt’s hier: https://1.ard.de/grossegeschichten

  • July 16 · 56 min

    Ilko-Sascha Kowalczuk: Faschismus ist keine Meinung

    Lesung und Gespräch. Freiheit und Demokratie geraten immer mehr in Gefahr. In Buchgefühl ruft der Historiker auf zum Kampf gegen die autoritären Bewegungen - mit der Friedlichen Revolution von 1989 im Rücken. Er will Mut machen. „Die meisten Feinde der offenen Gesellschaft haben schlechte Laune“, sagt Ilko-Sascha Kowalczuk im Buchgefühl-Gespräch, über sein Buch „Faschismus ist keine Meinung“. Der grassierenden Neigung, das gegenwärtige Deutschland stets in Grund und Boden zu reden, stellt er eine andere Perspektive entgegen: „Wir leben in einem der stabilsten, der sichersten, der wirtschaftlich stärksten Länder!“ Wie „Freiheitsschock“ (2024) verbindet das neue Buch – entstanden auch mit Blick auf die Landtagswahlen in zwei ostdeutschen Bundesländern im September – historische Analyse mit persönlicher Erfahrung und meinungsstarker Intervention. Einige Themen daraus in dieser Buchgefühl-Folge, etwa die Verharmlosung der DDR und der völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. „Schlechter Laune können wir mit guter Laune und mit Gemeinsinn begegnen.“ Gast: Ilko-Sascha Kowalczuk, Historiker und 1989 aktiv in der Oppositionsbewegung in der DDR. Unter anderem schrieb er damals einen Aufruf für die Gründung einer Memorial-Organisation im Land. Neben großen historischen Büchern – etwa der maßgeblichen Biographie von Walter Ulbricht – meldet er sich mit Essays zum Zeitgeschehen zu Wort. Wolf Biermann hat ihm 2024 sein Lied „Späte Ermutigung“ gewidmet. Host: Niels Beintker, hat als Jugendlicher die Friedliche Revolution in der DDR erleben dürfen und ist dankbar für den großen Mut der Freiheits-Kämpferinnen und -Kämpfer. Sprecher: Thomas Loibl, Schauspieler aus München, hat sich unter anderem intensiv mit Thomas Manns Texten zur Demokratie in der späten Weimarer Republik beschäftigt. Regie: Irene Schuck, begleitet viele Buchgefühl-Ausgaben. Buch: Ilko-Sascha Kowalczuk, Faschismus ist keine Meinung. Stabil bleiben in autoritären Zeiten, C.H. Beck. Dazu gibt’s auch ein „C.H. Beck Hörbuch“, mit Matthias Grimm. Hörtipp: Der Sachsen-Politik-Podcast vom MDR resümiert jede Woche das politische Geschehen im Bundesland. Es geht um Herausforderungen und Chancen für die Politik im Freistaat – und um die Frage: Ist Sachsen politischer Taktgeber für ganz Deutschland? Jeden Freitag neu in ARD Sounds. https://1.ard.de/sachsen-politik-podcast

  • July 13 · 53 min

    Homer: Die Odyssee

    Lesung und Gespräch. "Niemand will mich töten", brüllt der Kyklop Polyphem. Als "Niemand" hat sich Odysseus vorgestellt. Jonas Grethlein sagt über den viellistigen Helden: "Er muss erzählen. Sonst geht's nicht zurück nach Ithaka". Ob die Überlistung des gewaltvollen Riesen oder die Passage entlang der Insel der todbringenden Sirenen: Die Geschichten des Troja-Kämpfers Odysseus – festgehalten in einem der ersten Bücher Europas – faszinieren uns unablässig. „Das liegt an der Form und am Inhalt der Odyssee“, sagt Jonas Grethlein im „Buchgefühl“-Gespräch. „Homer ist ein kunstvoller, anschaulich schildernder Erzähler. Der Text erstreckt sich über 41 Tage. Und gleichzeitig bekommen wir die ganze Geschichte der Irrfahrten.“ Eine Geschichte von 20 Jahren! Wie das Buchgefühl-Team ist auch Jonas Grethlein gespannt, wie die große, dramatische Geschichte nun von Christopher Nolan im Kino erzählt wird. Hier gibt es einen Blick auf den alten Text, in der neuen Übersetzung von Kurt Steinmann. Gast: Jonas Grethlein, Philologe und Professor an der Universität Heidelberg. Er ist wunderbar vertraut mit den antiken Überlieferungen. Und er erzählt in tollen Büchern vom Nachwirken der alten Geschichten bis in unsere Zeit. Unter anderem hat er über Homer geschrieben, sein neues Buch widmet sich dem Mythos von Prometheus. Host: Niels Beintker, lernte die Odyssee als Kind, mit Gustav Schwabs „Sagen des klassischen Altertums“, kennen. Sprecherin: Katja Bürkle, Schauspielerin aus München, verstand es unter anderem wunderbar, den von Wein berauschten Polyphem zu imitieren. Regie: Irene Schuck, hatte bei der Aufnahme im Studio die schöne Tusculum-Ausgabe der Odyssee dabei. Buch: Homer: Die Odyssee. Übersetzt von Kurt Steinmann, Manesse 2007. Jonas Grethlein: Die Odyssee. Homer und die Kunst des Erzählens, Beck 2017. Hörtipp 1: Die Schriftstellerin Meike Rötzer hat sich zu einer eigenen Version der Odyssee inspirieren lassen. Sie blickt dabei besonders auf die Frauenfiguren und fragt, welche Spielräume diese in der von Männern dominierten Welt der Antike hatten. Das Hörbuch in ARD Sounds. https://1.ard.de/die_odyssee?cp=buchgefuehl Hörtipp 2: Von historischen Expeditionen bis zu modernen Roadtrips. Geschichten vom Fernweh, Unterwegssein und Ankommen: „Schöne Grüße – Reisegeschichten-Hörbücher“. In ARD Sounds.

  • July 3 · 40 min

    T.C. Boyle: 2036

    Lesung und Gespräch. US-Literatur-Star und Trump-Kritiker T.C. Boyle redet mit Buchgefühl darüber, wie die USA in 10 Jahren aussehen. Und über vorsichtigen Optimismus. Die short story, die Florian Lukas liest, ist allerdings düster. Wer ist der perfekte Gast der Buchgefühl-Folge zum 250. USA-Geburtstag? Für das Team war klar: Wir wollen mit T.C. Boyle reden – und wir hatten Glück: Der Popstar der US-Literatur, Autor von Romanen wie „Tortilla Curtain“, „Ein Freund der Erde“, „Blue Skies“ und scharfer Beobachter der amerikanischen Gesellschaft, sagte zu. Im Gespräch mit Marie Schoeß schaut er auf Independence Day und Trump-Regierung. Der Nationalfeiertag ist für ihn verdorben – und trotzdem blickt er gerade vorsichtig optimistisch in die Zukunft, in der Erwartung einer nicht allzu fernen politischen Wende in den USA. „Aber was, wenn ich mich irre? … dann erreichen Sie mich in einer Einrichtung zur politischen Umerziehung.“ Genau in so einer Einrichtung spielt T.C. Boyles dystopische short story „2036“. Der amerikanische Präsident heißt auch in zehn Jahren Donald Trump, kritische Denker wie Boyle laufen nicht mehr frei durchs Land. Was dem Ich-Erzähler zur Last gelegt wird, bleibt unklar, aber das Programm beginnt zu wirken … Es liest Schauspieler Florian Lukas, bekannt aus „Weissensee“ und „Good Bye Lenin“. Danke an den Carl Hanser Verlag und den Hörverlag, die diese Dystopie schon zum Unabhängigkeitstag mit der Buchgefühl-Community teilen! - noch vor Erscheinen des neuen Erzählbands von T.C. Boyle und des Hörbuchs. Gast: Düstere Zukunftsvisionen gehören zu T.C. Boyle wie seine roten Chucks. Und bisher hat dieser Schriftsteller mit seinen Dystopien ziemlich oft recht behalten. Siehe seine Klima-Romane. Host: Marie Schoeß drückt uns trotzdem die Daumen, dass „2036“ in der Realität anders aussieht, als Boyle es sich vorstellt. Auch wenn sie beim Lesen irre Spaß hatte. Sprecherin: Florian Lukas ist die deutsche Stimme von T.C. Boyle. Wenn Sie die letzten Bücher von Boyle gehört und nicht gelesen haben, dann war sicher Florian Lukas Ihr Vorleser. Zum Glück ist das auch beim neuen Kurzgeschichtenband so! Buch und Hörbuch: T.C. Boyle: „Das Ende ist nur ein Anfang“, aus dem Englischen übersetzt von Dirk van Gunsteren, 25 Euro, erscheint am 21. Juli im Carl Hanser Verlag – und das Hörbuch mit Florian Lukas am 28. Juli beim Hörverlag. Hörtipp: Mehr zu all den Fragen, die die USA 2026 aufwerfen, gibt es im NDR Info Podcast „Amerika, wir müssen reden!“ Tagesthemen-Moderator Ingo Zamperoni und seine us-amerikanische Frau Jiffer Bourguignon diskutieren einmal die Woche alles, was gerade Thema ist bei ihren Freunden und der Familie in den Staaten. Hier in Sounds https://www.ardaudiothek.de/sendung/amerika-wir-muessen-reden/82222746/

  • June 25 · 43 min

    Emily Brontë: Sturmhöhe

    Lesung und Gespräch. Der Herzensbrecher-Klassiker um Cathy und Heathcliff im Gespräch mit der preisgekrönten niederländischen Autorin Anjet Daanje. "Sturmhöhe" inspiriert sie seit ihrer Kindheit: "SO WEIRD!" „Ich würde auch gern mal ein Buch schreiben, das so sehr merkwürdig ist, dass die Leute noch 200 Jahre später darüber reden!“, sagt Anjet Daanje. Für sie ist Emily Brontës Roman „Sturmhöhe“/„Wuthering Heights“ bis heute ein Faszinosum: nach der Hälfte stirbt die Hauptfigur, alle Charaktere sind eher unangenehm und man weiß nie, was eigentlich stimmt. Verfilmt wird meistens nur der halbe Roman – aber geht da nicht Wesentliches verloren? Entschieden ja, meint die niederländische Schriftstellerin Daanje im Literaturpodcast Buchgefühl. Sicher sei Brontë auch die zweite Hälfte sehr wichtig gewesen - zu beschreiben, wie die Nachfahren weiter- und überleben, nachdem in der Eltern-Generation alle Sicherungen durchgebrannt sind. Denn am Ende hat das Drama keinen Bestand, „… irgendwann ist es dann wieder okay.“ Mit Judith Heitkamp spricht Daanje über das so oft (halb) verfilmte Kultbuch, die rätselhafte Autorin, („Eigentlich erfährt man durch die Biographien mehr über die Biographen als über Emily Brontë“) und über ihren eigenen Roman „Das Lied von Storch und Dromedar“. Darin geht es um das Leben nach dem Tod der Emily Brontë – durch Literatur nämlich. Gast: Anjet Daanje, für ihren Brontë-Roman „Das Lied von Storch und Dromedar“ mit mehreren holländischen Literaturpreisen ausgezeichnet, Faible für Schauriges und Unerklärliches, gerade auf die Longlist des International Booker Prize genommen. Klassikerin: Emily Brontë, Pfarrerstochter mit ebenfalls schriftstellerisch begabten Schwestern, 1818 bis 1848. Ihre einziger Roman „Sturmhöhe“ wurde zuerst verrissen und gilt heute als Meisterwerk der englischsprachigen Literatur. Host: Judith Heitkamp, mochte die neueste Wuthering-Heights-Verfilmung von Emerald Fenell nicht. Aber um die geht’s in dieser Episode auch nicht. Sprecherin: Irina Wanka, deutsche Stimme von Sophie Marceau, liest gerne für Buchgefühl und nimmt immer intensiv Anteil an den Geschicken der Figuren. Wie, sieht man hier: www.3sat.de/film/kinokino/kinokino-vom-16-juni-2026-100.html Bücher: Emily Brontë, Sturmhöhe, übersetzt von Michaela Meßmer, dtv Anjet Daanje, Das Lied von Storch und Dromedar, übersetzt von Ulrich Faure, Friedenauer Presse Hörtipp: Ein ganz anderer Klassiker, weniger Gefühle, mehr Politik, hochaktuell: Lion Feuchtwangers Roman „Erfolg“, gelesen von Percy Adlon. Wie im München der 20er Jahre die Nationalsozialisten Zulauf gewinnen. Und was das mit Kunst und mit Mauschelei zu tun hat. https://1.ard.de/feuchtwanger-erfolg?cp=buchgefühl

  • June 18 · 48 min

    Ingeborg Bachmann: Das dreissigste Jahr

    Lesung und Gespräch. "In ihrer Literatur bin ich anders gemeint", sagt die Filmemacherin Regina Schilling über das Werk der österreichischen Schriftstellerin. Zum 100. Geburtstag die bekannteste Erzählung von Ingeborg Bachmann. „Wenn einer in sein dreißigstes Jahr geht, wird man nicht aufhören, ihn jung zu nennen.“ Der Auftakt einer der berühmtesten Erzählungen von Ingeborg Bachmann, Titelgeschichte ihres Prosa-Debüts aus dem Jahr 1961. Sie handelt von einer Zäsur im Leben und einem Mann, der – eben im dreißigsten Jahr – bemerkt: Alles wird anders. „Eigentlich schreibt sie über sich“, bemerkt die Filmemacherin Regina Schilling im Gespräch mit dem Podcast „Buchgefühl“, in der Ausgabe zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann am 25. Juni 2026. Die Erzählung trägt viele autobiographische Züge. „Ihre Prosatexte sind radikal und explizit auf Geschlechterungleichheit eingegangen“, sagt Regina Schilling. Und: „In ihrer Prosa ist sie selbst bis an die Grenzen gegangen.“ Die Regisseurin erzählt im Gespräch auch über ihren Dokumentarfilm „Ingeborg Bachmann. Jemand der einmal ich war“, gerade in den Kinos gekommen. Die Schauspielerin Sandra Hüller verkörpert darin – in einer fiktiven Ebene – Ingeborg Bachmann. „Da unser Blick relativ ähnlich ist, war das leicht. Und ein wichtiger Aspekt ist: Ingeborg Bachmann soll im Film nicht als Opfer dargestellt werden. Gast: Regina Schilling, Filmemacherin und seit der Jugend von Ingeborg Bachmanns Literatur so sehr begeistert. Ihr Dokumentarfilm „Ingeborg Bachmann. Jemand, der einmal ich war“ erzählt auf sehr besondere, berührende Weise die Lebensgeschichte der Schriftstellerin, ausgehend von einem Tag in den frühen 70er Jahren in Rom. Beeindruckend! Host: Niels Beintker, entdeckte Ingeborg Bachmanns Werk vor vielen Jahren in einem Hörspiel-Seminar, mit „Der gute Gott von Manhattan“. Sprecherin: Irina Wanka, Schauspielerin und Sprecherin, auch für den Literatur-Podcast „Buchgefühl“. Buch: Ingeborg Bachmann, Das dreißigste Jahr, Piper-Verlag. Hörtipp: Musik spielte für Ingeborg Bachmann eine wichtige Rolle. Der SWR Podcast „Das Wissen“ mit Christoph Drösser widmet sich in der Folge „Musikgeschmack – Warum wir uns für Schlager, Metal oder Klassik begeistern“ den frühen Prägungen unserer Musikleidenschaften. https://1.ard.de/das-wissen-musikgeschmack?buchgefuehl=5

  • June 12 · 47 min

    Jules Verne: In 80 Tagen um die Erde

    Lesung und Gespräch. "Meine Reaktion war sofort: ich buche und fahr wieder los" -Felicitas Hoppe, selbst literarisch und reisend unterwegs, hat sich für uns noch mal in Jules Vernes Klassiker um eine verrückte Reise-Wette vertieft. Und Rufus Beck übernimmt die Lesung. „Ich wette 20.000 Pfund gegen alle, die wetten wollen, dass ich die Erde in 80 Tagen oder weniger umfahren werde.“ Über diese berühmte verrückte Wette der Weltliteratur – abgeschlossen von Phileas Fogg in Jules Vernes „Reise um die Erde in 80 Tagen“ – spricht Felicitas Hoppe in einer neuen Ausgabe von „Buchgefühl“. Die Schriftstellerin hat gerade in ihrem Buch „Reisen“ gestanden, dass sie als Kind das Abenteuer zwischen Buchdeckeln bevorzugte, um schließlich doch zu erkennen, dass die literarische Reise die tatsächliche nicht ersetzt. Und so wurde sie selbst zu einer Weltreisenden, die – ähnlich wie Phileas Fogg in Jules Vernes Klassiker – die Erde umkreist. „Ich habe mich in Phileas Fogg auch deshalb wiedererkannt, weil es mir im Grunde ähnlich ging, als ich meine Schiffsreise um die Welt antrat“, erzählt sie im Gespräch mit Marie Schoeß. „Ich wurde gefragt, was ich mit dem Preisgeld machen wolle, das ich für das Buch bekommen hatte. Und dann hab’ ich aus Trotz gesagt: ‚Na, was macht man, wenn man Geld hat? Ich mache eine Weltreise.‘“ Reisen aus Trotz und Übermut, aus Abenteuerlust und Verzweiflung – alle Elemente finden sich in dieser Folge von Buchgefühl. Felicitas Hoppe: „Man kann eine Weltreise, so interessant sie sich gestalten mag, unendlich langweilig erzählen. Jules Verne wusste - es hängt alles von meinen Protagonisten ab.“ Ein Gespräch über Phileas Fogg und seinen Diener Passepartout, die spannendsten Stellen des Romans und den ungebrochenen Fortschrittsglauben, der aus ihm spricht. Die Ausschnitte aus dem Buch liest Rufus Beck in der Übersetzung von Erich Fivian, erschienen im Diogenes Verlag. Gast: Felicitas Hoppe hat als Kind Abenteuer- und Reiseliteratur kennengelernt – der Vater teilte mit ihr und den Geschwistern die Geschichten, die er liebte. Abgewendet hat sich die Autorin von diesem literarischen Kosmos nie. Dafür weiß sie viel zu gut, wie geschickt erzählt ein Buch wie das von Jules Verne ist und wie bemerkenswert dessen Figuren. Host: Marie Schoeß hatte selten in den letzten Monaten so großen Spaß beim Lesen wie bei diesem Klassiker. Sprecher: Der Schauspieler Rufus Beck hat nicht nur diesen Roman von Jules Verne gelesen. Sie können mit ihm weiter in den Verne-Kosmos reisen – zum Beispiel mit „Von der Erde zum Mond“ oder mit „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“. Buchtipps: Jules Vernes „Reise um die Erde in achtzig Tagen“, aus dem Französischen von Erich Fivian, Diogenes Verlag. Felicitas Hoppe, "Reisen", Hanser Berlin. Hörtipp: Es ist der Traum von vielen Menschen: einmal im Leben eine Alpenüberquerung machen! Das geht zu Fuß, aber auch mit dem Fahrrad! Kaddi, Toni und Lisa vom Bergfreundinnen-Podcast konnten sich nicht entscheiden – und machen deswegen einfach beides bei ihrer Alpenüberquerung Hoch Zwei! https://1.ard.de/AlpenueberquerungHochZwei_podcast

  • June 3 · 39 min

    Anne Akrich. Kylian und das Buch meines Lebens

    Lesung und Gespräch. "Das Spiel ist noch nicht vorbei. Schreib weiter!", drängt der Fußball-Weltstar; Anne, die Figur, hört auf Mbappé und Anne, die Autorin, erzählt vom Buch ihres Lebens: "Mich interessiert vor allem das Scheitern!" Aber mit Witz. Sie hat uns gesagt, sie verstehe bis heute „null!“ Fußball. Und trotzdem war da dieser Auftrag, eine Biographie über Fußball-Weltstar Kylian Mbappé zu schreiben. Die französische Autorin Anne Akrich legte los – und bemerkte erst sehr spät, dass da eigentlich ein anderes Buch entstand. Nämlich ein satirischer Roman über eine Schriftstellerin, die ein Buch über Mbappé schreiben soll … Fußball und Literatur haben eine Menge Gemeinsamkeiten, davon ist Akrich überzeugt. Mehr erzählt sie im Gespräch mit Buchgefühl-Host Judith Heitkamp. Und lustig macht sie sich auch, über Trainer-Sprüche, über literarische Autofiktion und über sich selbst … denn Humor ist ihr Zugang – zu fast allem. Kylian coacht das Ganze! Die Buchgefühl-Folge zur WM. Gast: Anne Akrich, französische Ghostwriterin, Schriftstellerin, Mutter und Fußball-Nicht-Expertin. Hat denselben Namen wie die Hauptfigur im Roman Host: Judith Heitkamp, selten kein Fußball-Buch wie dieses gelesen Sprecherin: Xenia Tiling, unsere Stimme von Caroline Wahl bis Kylian Mbappé Buch: Anne Akrich, Kylian und das Buch meines Lebens, übersetzt von Lena Riebl, Schöffling & Co Hörtipp: Kylian als Coach im Kopf? Der Psychologie-Podcast Innenwelt erklärt Seelenleben von Optimierungsstrategien bis Mental Load und Essstörung. https://www.ardaudiothek.de/sendung/wdr-5-innenwelt-das-psychologische-radio/95426470/

  • May 29 · 49 min

    Edgar Allan Poe: Berenice

    Lesung und Gespräch. So schöne Zähne! Und eine so grausame Tat! "Poe holt das Böse in das Ich hinein", sagt Übersetzer Andreas Nohl. Und: der US-amerikanische Schriftsteller hat mit seinem Werk die literarische Moderne begründet. Ihr Lächeln führt in den Abgrund. Eigentlich wollen Berenice und der Erzähler der gleichnamigen Geschichte von Edgar Allan Poe heiraten. Doch es kommt – wie so oft in den Texten dieses Klassikers – ganz anders. „Es ist eine der Geschichten, die vom Tod einer geliebten Frau handeln“, sagt Andreas Nohl aus Augsburg, Poe-Übersetzer, im Gespräch für den Podcast „Buchgefühl“. „Und dieser Tod ist oft verknüpft mit entsetzlichen Ereignissen.“ „Berenice“ (1835) gehört zu den bekanntesten Erzählungen von Poe. Mit seiner Neuübersetzung will Andreas Nohl auch zeigen, dass der US-amerikanische Autor Neuland betrat: „Die Literatur sollte den Lesern etwas ganz Unbekanntes vermitteln. Auch deshalb hat er sich den Schattenseiten zugewandt.“ Gast: Andreas Nohl, Schriftsteller und Übersetzer aus Augsburg. Nach Romanen von Mark Twain und Robert Louis Stevenson hat er Poes Werk – in der Ausgabe seines großen Verehrers Charles Baudelaire – neu übersetzt. Host: Niels Beintker, gruselt sich schnell und kann sich trotzdem nicht dem Sog von Poes Texten entziehen. Sprecher: Stefan Wilkening, Schauspieler und Sprecher, live und in ganz unterschiedlichen Rollen auch zu erleben in der Reihe „Klassik zum Staunen“ des BR Rundfunkorchesters. Regie: Irene Schuck, begleitet ganz viele Buchgefühl-Ausgaben. Buch: Edgar Allan Poe: Werke (5 Bände). Herausgegeben von Charles Baudelaire. Neu übersetzt von Andreas Nohl, sowie – aus dem Französischen – von Kristian Wachinger und Liat Himmelheber. dtv. Hörtipp 1: Weitere große Erzählungen des Meisters der Dunkelheit gibt‘s im WDR-Podcast „Edgar Allan Poe: Gruselgeschichten als Hörbuch“ in ARD Sounds. Darunter „Lebendig begraben“ und „Das Manuskript in der Flasche“. Edgar Allan Poe: Gruselgeschichten als Hörbücher | WDR · Neue Folgen - Jetzt Podcast anhören! Hörtipp 2: Im Werk von Edgar Allan Poes Werk ist die Liebe unmöglich. Deshalb aber nicht an die Liebe glauben? Für alle die, die sich gerne über Dating-Stories austauschen, gibt’s den UNSERDING „Liebt Euch!“-Podcast. Statt rosaroter Brille harte Realität: Ehebrecher, billige Anmachsprüche und Überlebenstipps für das Katerfrühstück nach dem Date von gestern Abend. Jeden Freitag neu in ARD Sounds. https://www.ardsounds.de/sendung/liebt-euch-der-dating-podcast/urn:ard:show:178a60183a5a9d80/

  • May 21 · 46 min

    Andrea Grill: Sonnenspiel

    Lesung und Gespräch: Farbe, Form und neue Kleider - "Alle wollen sich verwandeln", sagt Andrea Grill. Ihre Romanfiguren aus der Mode-Industrie sind Expertinnen für Outfits. Aber passt das Leben zum Look? Und ist es das Leben, das sie wollten? Lebe ich das Leben, das ich mir ersehnt habe? Darum kreist diese Folge von Buchgefühl, mit Marie Schoess als Host und der österreichischen Schriftstellerin Andrea Grill als Gast. Grill lässt in ihrem Roman „Sonnenspiel“ zwei sehr verschiedene Frauen aus der Mode-Industrie aufeinandertreffen: Da ist Stella – keine Kinder, keine Verpflichtungen und ein Job als Journalistin in den USA mit denkbar viel Spielraum. Und die italienische Näherin Loredana - drei Kinder, die Eltern im eigenen Haus, das Meer vor der Nase, aber keine Zeit zum Schwimmen. Als sie sich begegnen, werden die beiden Frauen mit ihren heimlichen Sehnsüchten konfrontiert. „Stella hätte gerne alles – zumindest ein Kind und eine super Karriere“, sagt Andrea Grill im Gespräch. Und Loredana? Ein bisschen weniger von der Gemeinschaft und Verantwortung, die Stella vermisst. Allerdings bleibt es nicht beim harmlosen Austausch über Lebensmodelle, „Sonnenspiel“ entwickelt sich zum Krimi … „Es wäre die Kunst, einmal das zu wollen, was wir haben“, sagt Andrea Grill. Im Gespräch mit Marie Schoeß erzählt sie von den Themen, die sie in diesem Roman umtreiben. Von Italien und ihrer Liebe zum Land. Von der Modeindustrie, die unsere Lust auf Verwandlung befriedigt, und zugleich Mensch und Natur ausbeutet. Von Freundschaft, Liebe und Sehnsucht nach dem, was fehlt. Gast: Andrea Grill ist Schmetterlings- und Italien-Expertin. Für ihre Doktorarbeit in der Biologie hat sie Schmetterlinge in Italien gefangen, als Übersetzerin bringt sie italienische Literatur ins Deutsche. Host: Marie Schoeß liebt Romane wie diesen. Gestrickt aus zwei Perspektiven, gespickt mit vielen Themen, die man zuerst überhaupt nicht erwartet, wenn man die Schlagworte „Italien“ und „Mode“ im Klappentext entdeckt. Sprecherin: Katja Amberger kennt als Schauspielerin die Lust, sich zu verwandeln. Und leiht hier zwei Frauen ihre Stimme, die sich genau danach sehnen. Buch: Andrea Grill: Sonnenspiel, Leykam Verlag, 256 Seiten, 25,50 Euro. Hör-Tipp 1: Beziehungsprobleme 200 Jahre zurück - mit Jane Austens letztem großen Roman „Überredung“. Ein einstiges Familienanwesen und ein abgelehnter Heiratsantrag spielen dabei zentrale Rollen. Und Anne, die gar nicht ablehnen wollte … hier als Hörbuch: https://www.ardsounds.de/sendung/jane-austen-vernunft-und-gefuehl/urn:ard:show:e3cb72ce2bf815f7/ Hörtipp 2: Expertin für Beziehungsprobleme heute, außerdem für Zeitgeist, widersprüchliche Sehnsüchte und Selbstironie ist Dana von Suffrin. Hier erzählt sie in Buchgefühl mehr über ihren Roman „Toxibaby“. https://1.ard.de/BuchgefuehlToxibaby

  • May 13 · 53 min

    Kurt Tucholsky: Man sollte mal mitstenographieren …

    Lesung und Gespräch. Sprache ist eine Waffe, sagt Tucholsky - seine Sprachglossen zeigen, warum. Gültig heute wie vor 100 Jahren. Im Gespräch das Team der Ausstellung "Szenen aus der Weimarer Republik". „Sprache ist eine Waffe. Haltet sie scharf.“ – Nur ein paar Worte, es sitzt. Tucholsky, der Mann, der nach Erich Kästner mit der Schreibmaschine gegen die Katastrophe gekämpft hat, war ganz genau mit der Sprache und den Sprechenden (und den Schreibenden auch). Eigentlich sucht er hier nach dem genauen Ausdruck für Birkenblätter in Bewegung. Konsequent genau sein, darauf kommt es ihm an, beim Sprechen und beim Denken. Was die Leute reden, liefert ihm Stoff für jede Menge Ironie … siehe auch „Ratschläge für einen schlechten Redner“. Stefan Merki liest Sprachglossen von Tucholsky in dieser Ausgabe unseres Literaturpodcast Buchgefühl. Und im Gespräch sind zwei, die ähnlich genau auf Details gucken: Karin Althaus und Adrian Djokić vom Münchner Lenbachhaus, sie haben die Ausstellung „Ein Ferngespräch. Szenen aus der Weimarer Republik“ kuratiert. Und dabei natürlich auch Tucholsky befragt. Das titelgebende Ferngespräch zitiert nicht nur ein Gemälde von Käte Hoch, sondern auch eine seiner Satiren. . Mitstenograph: Kurt Tucholsky (1890 bis 1935), Publizist, Autor, Dichter, Gegner des Nationalsozialismus Gäste: Karin Althaus und Adrian Djokić (Städtische Galerie im Lenbachhaus München), Kurationsteam der Ausstellung „Ein Ferngespräch. Szenen aus der Weimarer Republik“ (bis 27.09.2026), würden sehr gerne mal jemand in den 1920er Jahren anrufen Host: Judith Heitkamp, sitzt in Konferenzen und denkt an Tucholsky … „man sollte mal mitstenographieren …“ Sprecher: Stefan Merki, Schauspieler in Film und Fernsehen und an den Münchner Kammerspielen, elegant auch mit kompliziertesten (schlechten) Satzbeispielen Leseempfehlungen aus der Folge: Kurt Tucholsky, Sprache ist eine Waffe, Sprachglossen, herausgegeben von Wolfgang Hering, Rowohlt Verlag 1989 Irmgard Keun, Das kunstseidene Mädchen, Erstausgabe Berlin 1932 (Ausgabe nach der Erstausgabe bei Classen) Siegfried Kracauer, Die Angestellten, Erstausgabe Frankfurt 1930 (Ausgabe nach der Erstausgabe bei Suhrkamp) Lion Feuchtwanger, Erfolg, Erstausgabe Berlin 1930 (Ausgabe nach der Erstausgabe bei Aufbau) Oskar Maria Graf, Wir sind Gefangene, München 1927 (Ausgabe nach der Erstausgabe bei Ullstein) Ruth Landshoff-Yorck, Das Mädchen mit wenig PS, herausgegeben von Walter Fähnders, Aviva Verlag Hörtipp 1: Auch Sozusagen, der sprachkritische Podcast von Bayern 2, hört und liest genau hin: Sozusagen · Neue Folgen - Jetzt Podcast anhören! Hörtipp 2: Und wo wir bei den großen Namen der Literatur sind – bei KULT! gibt es Klassiker von antiken Abenteuer-Geschichten bis zur frühen Science-Fiktion, jeden Donnerstag neu: Kult! – Klassiker der Weltliteratur als Hörbücher · Neue Folgen - Jetzt Podcast anhören!

  • May 7 · 55 min

    Madeline Potter: Die Roma

    Lesung und Gespräch. "Hör auf die Reisenden", lautet ein Sprichwort der Roma. Madeline Potter erzählt ihre Geschichte, die Geschichte ihres Volkes: Unterdrückung, Ausgrenzung und Verfolgung. Ebenso aber Identität und Widerstand. Jahrhundertelang wurden die Roma in Europa zu Außenseitern erklärt. Könige wie Heinrich VIII. von England ließen die nomadisch lebenden Gemeinschaften per Gesetz ausweisen. In den rumänischen Fürstentümern wurden sie versklavt. Im 20. Jahrhundert schließlich zu Opfern der deutschen Vernichtungspolitik. „Es gibt aber auch eine Geschichte des Überlebens“, sagt die in Schottland lebende Literaturwissenschaftlerin Madeline Potter im Buchgefühl-Gespräch. „Und es geht darum, Trost in dieser Geschichte zu finden, sie zu feiern und stolz darauf zu sein.“ Madeline Potter ist diesen verschiedenen Geschichten ihres Volkes gefolgt. Sie ist durch Europa und die USA gereist, erzählt von Vergangenheit und Gegenwart der Roma. Ein ungewöhnliches historisches Buch, das uns vielfach die Augen öffnen kann. Gast: Madeline Potter, Literaturwissenschaftlerin in Edinburgh und Expertin für Schauerliteratur. Sie wuchs in einer Roma-Familie in Rumänien auf und hat die Geschichte ihres Volkes erforscht. Und sie liebt die Märchen der Roma. Host: Niels Beintker, schätzt besondere Bücher über die Geschichte. Sprecher: Laura Maire, Schauspielerin und Sprecherin, in zahlreichen großen Hörbuch- und Hörspielproduktionen zu hören. Regie: Irene Schuck, begleitet ganz viele Buchgefühl-Ausgaben. Buch: Madeline Potter, „Die Roma. Eine Geschichte von Identität und Widerstand“, übersetzt von Wanda Jakob, Propyläen. Hörtipp: Madeline Potters Buch über die Roma verbindet Geschichte, Reiseerzählungen und auch Sagen der verschiedenen Gruppen des Volkes. Eine wirklich besondere Erkundung. Für die, die gerne auf gedankliche Reisen in die Vergangenheit gehen, gibt es auch den Podcast „Weltgeschichte vor der Haustür“. Spurensuche nach großer Geschichten an Orten, an denen man sie nicht direkt vermuten würde. https://www.mdr.de/kultur/podcast/weltgeschichte/weltgeschichte-vor-der-haustuer-podcast-100-podcast.xml

  • April 30 · 49 min

    Simon van Booy: Eine Maus namens Merlin

    Lesung und Gespräch. "You know ... true love!" - schwärmte Simon van Booy uns von seinen Mäusen vor. Im Roman bringt eine Maus eine einsame alte Frau zurück in Kontakt mit der Welt. Schräg und schön! Gelesen von "Die drei ???"-Stimme Jens Wawrczeck. Diese Maus vergisst man nicht – schon gar nicht, wenn man den Schriftsteller Simon van Booy über seine eigenen Erfahrungen mit Mäusen berichten hört. Seine erste Haustier-Maus kaufte van Booy während der Pandemie. „Meine Frau sagte, wenn, dann jetzt. Ich glaube, sie hatte Angst, dass ich sterbe, ohne mir diesen Traum zu erfüllen. Also ging ich in die Tierhandlung und es war einfach, wissen Sie … Mann trifft Maus … wahre Liebe“, so erzählt er im Buchgefühl-Gespräch mit Judith Heitkamp. Während er schrieb, habe die Maus auf dem Schreibtisch oder auf seiner Schulter gesessen. In seinem Roman bekommt eine alte Frau es mit einer Maus zu tun: Helen Cartwright ist überzeugt, dass ihr Leben vorbei ist. Ihr Alltag (und der Roman-Anfang) besteht nur aus dem Immergleichen, schon ewig hat sie mit niemandem mehr als das Nötigste gesprochen. Doch mit einer Maus lässt diese Art von Rückzug sich nicht durchhalten … ein besonderer Roman, der minimalistisch beginnt und immer mehr Sprache, Beschreibung und Figuren benötigt. Gast: Simon van Booy, britischer Bestsellerautor in New York, antwortet am liebsten mit Geschichten, trat als Kind nie auf die Risse im Gehsteig, ganz großer Mäuse-Fan, mag aber auch Esel. Host: Judith Heitkamp, denkt jetzt häufiger über Mäuse nach. Sprecher: Jens Wawrczeck, mag schräge Geschichten und hat schon einige für uns gelesen. Und natürlich ist er „Die drei ???“-Stimme von Peter Shaw. Buch: Simon van Booy, „Eine Maus namens Merlin“, übersetzt von Dorothee Merkle, Klett Cotta. Hörtipp: Simon van Booys Mäuse hatten etwas Buddhistisches, so erzählt er im Podcast. Sie brachten ihn auf viele Gedanken, über Kleinheit und Größe zum Beispiel. Für alle, die sich gerne auf mehr solcher kleinen und großen Fragen einlassen, gibt es „Das philosophische Radio“. Ein Austausch mit anderen nachdenklichen Menschen in einer einzigartigen öffentlichen philosophischen Diskussion.https://1.ard.de/philosophisches-radio

  • April 16 · 57 min

    Craig Brown: Q-das unglaubliche Leben der Queen

    Lesung und Gespräch. "Sie ist die berühmteste Persönlichkeit der Geschichte!" Sagt Craig Brown, der Elizabeth II. eine tolle Biographie gewidmet hat. Begegnungen, etwa mit den Beatles, strenge Rituale und fröhliches Corgi-Gebell. So lange wie sie regierte keine andere Herrscherin im Vereinigten Königreich. 70 Jahre lang, von 1952 bis zu ihrem Tod im September 2022, war Elisabeth II. Königin. Bereits die Geburt der Prinzessin am 21. April 1926 war ein weltweites Medienereignis. Gleiches gilt für ihre Krönung im zweiten Jahr der Regentschaft, im Juni 1953. „Sie ist unendlich interessant“, schwärmt Craig Brown im Buchgefühl-Interview. „In England war sie auf jeder Briefmarke. Und fast jeden Tag im Fernsehen und in der Zeitung. Wir waren uns ihrer stets bewusst.“ In seinem Buch „Q. Das unglaubliche Leben der Queen“ erzählt der englische Schriftsteller, Publizist und Satiriker die Lebensgeschichte dieser, seiner Königin. Und wie in seinem vorherigen Buch über die Beatles erzählt er die Biographie in besonderen Perspektiven und auf besondere Weise. Zum Beispiel lässt Brown unzählige Menschen zu Wort kommen, die der Queen begegnet sind und die in Anwesenheit Ihrer Majestät immer wieder zu sonderbaren Verhaltensformen neigten. Zum anderen spielt er auf fröhliche Weise mit den Genres, schreibt etwa aus allen Weihnachtsansprachen der Königin eine einzige, entwirft ein Glossar für Imitatorinnen der Queen, skizziert einen Stammbaum ihrer verehrten Corgis oder berichtet von einer Auktion mit königlichen Devotionalien wie einem Stück (längst steinharter) Hochzeitstorte – von Prinzessin Anne. „Die Queen war eine durchschnittliche, ganz normale Person“, so Craig Brown. „Und genau das macht sie interessant. Wie kann man normal sein in einer solchen Position?“ Gast: Craig Brown, Schriftsteller, Publizist und Satiriker aus England. Wurde in Deutschland bekannt mit einem herrlichen Buch über die Beatles. Seine Begeisterung für die Fab Four ist auch in der großen Biographie von Elizabeth II. zu spüren. Her Majesty! Host: Niels Beintker, kein Adelsexperte, vielmehr historisch interessierter Vielleser. Hat bei der Lektüre von Craig Browns „Q“ so viel erfahren können und musste ebenso immer wieder lachen. Sprecher: Oliver Stokowski, Schauspieler am Residenztheater München. In dieser Spielzeit unter anderem als Richter Adam im „Zerbrochenen Krug“ und als Graf Capulet in „Romeo und Julia“ zu sehen. Regie: Irene Schuck, begleitet viele Ausgaben des Podcasts „Buchgefühl“, so auch diese, zum 100. Geburtstag von Elizabeth II. am 21. April 2026. Buch: Craig Brown: Q. Das unglaubliche Leben der Queen. Aus dem Englischen von Tobias Gabel, C.H. Beck, 750 S. Hör-Tipp: Der History-Podcast „Alles Geschichte“. Mit einer Serie über eine Frau, die im Nationalsozialismus groß Karriere machte: Leni Riefenstahl. In fünf Folgen erzählt „Riefenstahl. Influencerin des Bösen“ von der Biographie der Regisseurin in den 1930er und 40er Jahren und ihrem Weg zur Propagandistin des Mörderstaates. https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:d69cff7e7eabbc82/

  • April 9 · 39 min

    Joseph Incardona: Das Game

    Lesung und Gespräch. "Das einfachste Spiel der Welt!", sagt Joseph Incardona. Das Auto anfassen und nicht mehr loslassen. Stunden. Tage. Nächte. Der Westschweizer Autor über seine nicht nur literarische Versuchsanordnung Wie idiotisch kann ein TV-Spiel sein? Drei mal fünf Minuten am Tag, um zum Klo zu gehen, ansonsten essen und schlafen mit der Hand an einer Karosserie, bis nur noch ein Kandidat übrig ist. Und das sei nichts, was er sich ausgedacht habe, erzählt der Westschweizer Schriftsteller Joseph Incardona Judith Heitkamp in Buchgefühl. Vorbild war ein amerikanisches TV-Format, in dem es darum ging, das Auto zu gewinnen. In seinem Roman lässt er Anna mitmachen, die darin ihre letzte Chance sieht; kurz vorher ist ihre bescheidene Existenz als Marktverkäuferin an französischen Küstenorten zusammengebrochen. Ein sogartiger Roman irgendwo zwischen Squid Game, Reality-Show und französischem Sozialdrama. Was die Hauptfigur angeht, kann er nur auf zwei Arten enden – sie gewinnt, oder sie gewinnt nicht. Oder? Gast: Joseph Incardona, lebt in Genf, schreibt „Noirs“ und Krimis, manchmal ohne Ermittler. Host: Judith Heitkamp, Reality-TV non merci. Sprecherin: Lou Strenger, demnächst Staatsanwältin im Münsteraner Tatort, las den ganzen Roman für ARD Sounds Regie: Irene Schuck, auch Regisseurin des Hörbuchs „Das Game“. Buch: „Das Game“ von Joseph Incardona, Das Game, übersetzt von Lydia Dimitrow, Lenos Verlag. Hörtipp 1: Hier der ganze Roman als Hörbuch. Joseph Incardona: Das Game - Lass nie los · Neue Folgen - Jetzt Podcast anhören! Hörtipp 2: Der Podcast „Deep Doku“ erzählt persönliche Geschichten und taucht alle zwei Wochen in eine andere Lebensrealität ein. Audio-Dokus und Reportagen, die auf eine akustische Reise schicken.https://1.ard.de/deep_doku

  • April 2 · 55 min

    Matthias Jügler: Wir dachten, wir könnten fliegen

    Lesung und Gespräch. Riesenalk, Ur oder die Stellersche Seekuh sind ausgestorben. In Erzählungen werden sie und andere Tier- und Pflanzenarten neu zum Leben erweckt. "Die Literatur eröffnet einen emotionalen Zugang zu ihnen." Noch einmal bekommt sie eine große Bühne: die Stellersche Seekuh (Hydrodamalis gigas). In einem Ballsaal am fernen Rand Sibiriens soll sie tanzen, zu einer Mazurka. Der Ur oder Auerochse (Bos primigenius) stapft derweil einsam durch die Wälder im heutigen Polen und fragt sich, ob er wohl der letzte seiner Art ist. Und der Riesenalk (Pinguinus impennis) ist schon gar nicht mehr da. Drei von 19 Heldinnen und Helden in Matthias Jüglers Anthologie „Wir dachten, wir könnten fliegen“, einer Sammlung mit Erzählungen und literarischen Essays über ausgestorbene Tier- und Pflanzenarten. „Es ist uns nicht gegeben, diese Arten wieder zum Leben zu erwecken“, sagt Matthias Jügler bei einem Spaziergang durch den Zoo in seiner Heimatstadt Leipzig. „Aber mit der Literatur können wir das. Ich wollte, dass man mit ihr einen emotionalen Zugang zu den Arten bekommt, die man nicht kennt.“ Der Schriftsteller lud von ihm geschätzte Kolleginnen und Kollegen zum Schreiben ein. Darunter Autorinnen und Autoren wie Caroline Wahl, Iris Wolff, T.C. Boyle oder John Burnside. Ein Hörbuch mit ihren Texten ist – als ARD Gemeinschaftsproduktion – bei ARD Sounds erschienen. Stellvertretend für alle präsentiert diese Buchgefühl-Ausgabe Auszüge aus den Erzählungen von Katerina Poladjan und Henning Fritsch über die Stellersche Seekuh und von Julia Schoch über den Auerochsen oder Ur. Im Gespräch im Leipziger Zoo erzählt Matthias Jügler über die Entstehung der Anthologie und einige Aha-Erlebnisse. Derweil warten er und Niels Beintker auf das Ostafrikanische Spitzmaulnashorn. Gast: Matthias Jügler, Schriftsteller und Publizist, in Halle/Saale geboren und heute in Leipzig zu Hause. In den Romanen „Die Verlassenen“ und „Maifliegenzeit“ hat er sich mit der Geschichte der DDR beschäftigt. Eine Lieblingsbeschäftigung neben dem Schreiben ist das Angeln. Ein besonderer Fang hat Matthias Jügler auch zur Anthologie über die ausgestorbenen Tier- und Pflanzenarten inspiriert. Host: Niels Beintker, stammt aus der gleichen Stadt wie Matthias Jügler und wurde über einen Zeitungsartikel auf den Schriftsteller aufmerksam, einen Essay über den mutigen Schriftsteller Jürgen Fuchs und das Widerstehen in der DDR. Buch: Matthias Jügler (Hg.): Wir dachten, wir könnten fliegen, Penguin, 256 S., mit Illustrationen von Barbara Dziadosz. Das Hörbuch – eine ARD Gemeinschaftsproduktion – ist in ARD Sounds erschienen. https://www.ardsounds.de/sendung/wir-dachten-wir-koennten-fliegen/urn:ard:show:153133f333bc78d1/ Hörtipp 1: Anja Gmeinwieser und ihr Roman „Wir Königinnen“. Ein Truck, 24 Rinder und zwei ungleiche Frauen, "Königinnen" der Autobahn und privater Krisen: ein wilder Roman um Sisterhood und Sinnsuche, eine Road Novel durch Osteuropa zwischen Empowerment und fragwürdigen EU-Richtlinien. Lesung mit Carmen Yasemin Ipek. https://www.ardsounds.de/sendung/anja-gmeinwieser-wir-koeniginnen/urn:ard:show:a6c342be674a08de/ Hörtipp 2: „Elefant, Tiger und Co. – Der Podcast“. Dirk Hentze, jahrelanger Radio-Begleiter der beliebten Fernsehsendung aus dem Leipziger Zoo, besucht jeden in diesem Reich, der ihm die Tür offenhält und über seinen "Traumberuf" plaudert. Da treffen sich zwei, die gern erzählen, und zum Glück ist auch ein Mikrofon dabei. Eine weitere Facette der besonderen Tier- und Menschenwelt und mehr Zeit für ihre Geschichten. https://www.ardsounds.de/sendung/elefant-tiger-und-co-der-podcast/urn:ard:show:546c41e9f574c49a/

  • March 27 · 39 min

    Dana von Suffrin: Toxibaby

    Lesung und Gespräch. "Die betreiben ihre unglückliche Beziehung als Hobby" - Dana von Suffrin seziert das Thema Millenials und Liebe. Und Lou Strenger liest Gedankenketten sehr spezieller Paar-Logik. Wir trafen Dana von Suffrin auf der Leipziger Buchmesse und sprachen über „Toxibaby“, über toxische Beziehungen, Generationenfragen und lange Sätze, die Platz genug fürWidersprüchliches bieten. „Ich möchte gerne, dass beide Figuren gleichzeitig gut und böse sind und dass sie immer recht und unrecht haben“, sagt sie im Gespräch mit Judith Heitkamp. Die Generation der Millenials mit ihrer Verunsicherung durch Krisen und wirtschaftlichen Niedergang navigiere auch beziehungstechnisch in Unsicherheit. „Wir denken ja manchmal, die Liebe sei etwas Überzeitliches und immer gleich, aber das stimmt natürlich nicht, ganz viel von unseren romantischen Vorstellungen ist von Zeit, Gesellschaft und Politik beeinflusst. Mich hat das interessiert, weil ich so ein typischer Millenial bin.“ Toxibaby und Herzchen jedenfalls kommen auf 13 Trennungen in drei Jahren. Und Ich-Erzählerin Herzchen legt in langen Gedankenketten und mit Sinn für Komik dar, wie sie ihr Leben mit Toxi erklärt, erträumt, verteidigt und verzerrt. Gast: Dana von Suffrin, lebt in München, bekommt von ihrer Leserschaft gerade sehr verschiedene Einschätzungen zum Grad von Unglück und Glück der Beziehung in Toxibaby Host: Judith Heitkamp, zwischen Boomern und Millenials, allen Literaturgenerationen gegenüber aufgeschlossen Sprecherin: Lou Strenger, demnächst Staatsanwältin im Münsteraner Tatort, las auch schon „Das Game“ für ARD Sounds Joseph Incardona: Das Game | Lesung mit Lou Strenger | MDR.DE Regie: Irene Schuck, lenkt die Aufnahmen in vielen Folgen von Buchgefühl Buch: Dana von Suffrin, Toxibaby, Kiepenheuer & Witsch, 239 S., 23 Euro. Hörtipp 1: In anderen Zeiten war es auch schon kompliziert mit den Beziehungen. Siehe Lebenswerk von Jane Austen. Und unsere Folge dazu. Buchgefühl - Lesung und Gespräch · Jane Austen: Vernunft und Gefühl · Podcast in ARD Sounds Hörtipp 2: Was ist eigentlich mit meinen Gefühlen los? Eine Frage, um die sich der Psychologie-Podcast "Die Lösung" kümmert. Host Verena "Fiebi" Fiebiger und Journalistin Sophia Sailer sortieren das tägliche Gefühlschaos. Mit dabei sind die Psychotherapeut:innen Nike Hilber und Sina Haghiri. Zusammen reden sie über alles, was mentale Gesundheit angeht. Jeden Donnerstag neu in ARD Sounds https://feeds.br.de/die-loesung-der-psychologie-podcast-von-puls/feed.xml

  • March 19 · 1 hr

    Oliwia Hälterlein: Wir Töchter

    Lesung und Gespräch. Roza träumt von einem schönen Leben in Deutschland und muss putzen. Waleria verliert die polnischen Wörter. Marianna vermisst ihre Enkelin. Der Roman der Gewinnerin des Bayern 2-Wortspiele-Preises 2026. Lesung und Gespräch. Roza träumt von einem schönen Leben in Deutschland und musss putzen. Waleria verliert die polnischen Wörter. Marianna vermisst ihre Enkelin. Der Roman der Gewinnerin des Bayern 2-Wortspiele-Preises 2026. Die Geschichte einer Familie in Polen und in Deutschland. Drei Frauen und drei Töchter aus drei Generationen, Marianna, Roza und Waleria. Und mit ihnen ein großer historischer Raum, vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Gegenwart. Marianna wächst in Polen auf dem Land auf und kann ihren Traum, einmal als Lehrerin zu arbeiten, nicht erfüllen. Ihre Tochter Roza flüchtet sich in schöne Konsumwelten und geht, in der Hoffnung auf ein besseres Leben, nach Deutschland. Waleria (Rozas Tochter, Mariannas Enkelin) bewegt sich zwischen beiden Ländern und Sprachen. „Ich wünsche mir einen Raum für Gespräche“, sagt Olivia Hälterlein im Interview mit Niels Beintker. „Gerade, wenn es um Menschen mit bäuerlicher Herkunft geht, um Menschen, die nicht studiert haben, die migriert sind, die sich in verschiedenen Sprachräumen befinden. Es ist so wichtig, ihnen Aufmerksamkeit zu geben.“ Für einen Auszug aus ihrem Roman-Debüt „Wir Töchter“ erhielt Oliwia Hälterlein den Bayern 2-Wortpsiele-Preis für Literatur beim Festival „Wortspiele“ 2026 in München. Die Jury würdigte die „außergewöhnliche Vielstimmigkeit“ des „kunstvoll gewebten Textes“. Durch die Verbindung der Geschichten und Generationen „werden einerseits einzelne Schicksale im Postmigrantischen und Prekären erzählt, andererseits ein verbindendes Moment geschaffen, das verschiedene Kulturräume, Sprachbarrieren und Ausgrenzungen überwindet." Gast: Oliwia Hälterlein, Schriftstellerin und Kulturwissenschaftlerin, in Polen geboren, später zwischen Augsburg und Ulm aufgewachsen, heute in Freiburg zu Hause. „Wir Töchter“ ist ihr erster Roman. Für ihren Textauszug wurde Oliwia Hälterlein mit dem Bayern 2-Wortspiele-Preis für junge Literatur ausgezeichnet. Die Buchgefühl-Episode präsentiert, im Rahmen der Auszeichnung, ihre Lesung im Münchner Muffatwerk. Oliwia Hälterlein empfiehlt zudem unter anderem die Bücher ihrer polnischen Kollegin Marta Dzido. Host: Niels Beintker, kommt aus Halle/Saale, folgt liebend gerne Geschichten aus der Mitte Europas. Die „Wortspiele“, das Festival für junge Literatur in München, begleitet er seit vielen Jahren. Ein Lieblingsmoment: zu erleben, wie das Publikum konzentriert den Lesungen der eingeladenen Autorinnen und Autoren folgt. Magie! Buch: Oliwia Hälterlein, Wir Töchter, C.H. Beck, 357 S. Hör-Tipp: Der Literatur-Podcast „Orte und Worte“ geht dorthin, wo Literatur entsteht und Literatur spielt. Jede Woche treffen die Hosts Nadine Kreuzahler, Anne-Dore Krohn und Stephan Ozsvath Autor:innen an Orten, die wichtig sind für ihre aktuellen Bücher. "Ein Buch, ein Ort, eine Begegnung" so das Motto, egal ob im Schwimmbad, am Schreibtisch oder beim Spazierengehen. https://www.rbb-online.de/podcasts/orte-und-worte/index.xml/feed=podcast.xml

  • March 12 · 39 min

    Iryna Fingerova: Zugwind

    Lesung und Gespräch. Die Diagnose lautet Krieg. Iryna Fingerova weiß das als Ärztin für ukrainische Geflüchtete und als Autorin. In "Zugwind" lässt sie die Frieden und Krieg zusammenkommen. Capuccino trinken, wenn zuhause Bomben fallen!? Lesung und Gespräch. Die Diagnose lautet Krieg. Iryna Fingerova weiß das als Ärztin für ukrainische Geflüchtete und als Autorin. In „Zugwind“ lässt sie die Frieden und Krieg zusammenkommen. Capuccino trinken, wenn zuhause Bomben fallen!? „Empathie – auf jeden Fall!“ – die brauche man als Ärztin und brauche man auch als Schriftstellerin, sagt Iryna Fingerova im Podcast Buchgefühl. Fingerova ist Ärztin und Schriftstellerin und packt sich, wie ihre Figur Mira, „die Taschen voller Geschichten“ aus beiden Berufen. Eigentlich sei das sogar ihre Motivation für das Medizinstudium gewesen, damals, das Interesse für Menschen und ihre Schicksale, erzählt sie Judith Heitkamp in dieser Folge. In ihrem Roman „Zugwind“ versucht die Ärztin Mira aus Odesa* mit dem Leben in Deutschland, dem Job, dem Muttersein klarzukommen – während gleichzeitig Odesa* bombardiert wird und jeden Tag ukrainische Geflüchtete in ihre Praxis geschwemmt werden. Mira hetzt von Sprechstunde zu Hausbesuch, von Hilfsaktionen zum Kindergarten, zwischen der Angst um die eigenen Angehörigen in der Ukraine und dem Schuldgefühl, selbst in Sicherheit zu sein. In ihrer Praxis prallen Menschen mit den widersprüchlichsten traumatischen Erfahrungen aufeinander und betteln um eine Diagnose. „Warum geht es uns so schlecht? Geben Sie uns etwas, wogegen man ankämpfen, was man kontrollieren kann!“ Iryna Fingerova erzählt mit Empathie und großer Lebendigkeit von den Absurditäten eines Alltags, der gleichzeitig im Frieden und im Krieg stattfindet. Gast: Iryna Fingerova, Poetin, Schriftstellerin und Hausärztin. Aufgewachsen in Odesa*, arbeitet sie seit 2018 in Deutschland. Sie hat also einiges mit ihrer Romanfigur Mira gemeinsam. Zugwind ist ihr dritter Roman. Host: Judith Heitkamp, las diesen atemlosen Roman (fast) in einem Zug. Sprecherin: Lisa Hrdina, spricht den ganzen Roman als Hörbuch. Buch: Iryna Fingerova, Zugwind, 304 S., Rowohlt 100 Augen. Das Hörbuch ist im Argonverlag erschienen. *ukrainische Schreibweise Hör-Tipp: Lust auf einen Klassiker? Alexandre Dumas hat nicht nur "Die drei Musketiere" und "Der Graf von Monte Christo" geschrieben. Sondern auch „Die schwarze Tulpe“. Es geht um tödliche Verschwörungen, Macht, Intrigen und eine Liebe im Blumenkrieg 1672. In ARD Sounds als komplettes Hörbuch zu hören. Alexandre Dumas „Die schwarze Tulpe“.