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alles muss raus - mit Thilo Mischke · Yesterday · 50 min

Sachsen-Anhalt - das Experimentierlabor der AfD (m. Der Dunkle Parabelritter)

Alles Muss Raus - mit Thilo Mischke Was passiert, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt tatsächlich an die Macht kommt – und was kann der Rest Deutschlands daraus lernen? Am letzten Tag seiner Reise trifft Thilo Mischke Alexander Prinz, bekannt als „Der Dunkle Parabelritter“. Er lebt in Sachsen-Anhalt, beschäftigt sich seit Jahren mit ostdeutscher Identität und politischer Radikalisierung und beobachtet den Aufstieg der AfD aus nächster Nähe. Die beiden sprechen über ein Bundesland, auf das kurz vor der Landtagswahl plötzlich wieder ganz Deutschland schaut. Warum ist die AfD gerade im ländlichen Raum so stark? Welche Rolle spielen wirtschaftlicher Strukturwandel, die Erfahrungen der Nachwendezeit und das Gefühl fehlender Perspektiven? Und warum wollen gleichzeitig so viele Menschen auf keinen Fall ihre Heimat verlassen? Alexander befürchtet, Sachsen-Anhalt könnte zum „Experimentierlabor“ für die AfD werden: ein Ort, an dem sich erstmals zeigen könnte, was passiert, wenn die Partei tatsächlich politische Verantwortung übernimmt. Was würde das für Bildung, Medien und Pressefreiheit bedeuten? Und wäre ein solches Experiment eine Warnung für den Rest Deutschlands – oder der Beginn einer Entwicklung, die sich anschließend kaum noch aufhalten lässt? Doch es geht auch um die Verantwortung von Medien. Haben Journalistinnen und Journalisten zu einem Bild vom Osten beigetragen, das Sachsen-Anhalt auf AfD, Rechtsextremismus und Frust reduziert? Alexander beschreibt, wie sich seine eigene ostdeutsche Identität erst ab 2015 stärker entwickelt hat – auch als Reaktion auf die Berichterstattung über Pegida und „den Osten“. Und immer wieder kommen die beiden auf eine Frage zurück: Wie erreicht man Menschen, die sich von Politik und Medien längst verabschiedet haben? Alexander plädiert dafür, AfD-Wähler nicht zu Feinden zu erklären, sondern verstehen zu wollen, woher ihre Wut und Enttäuschung kommen – ohne deshalb ihre politischen Positionen zu übernehmen. Ein Gespräch über AfD und Landtagswahl, Heimat und Nachwendezeit, die Fehler der Medien und darüber, warum Zuhören nicht dasselbe ist wie Zustimmen. Und über die Hoffnung, dass Sachsen-Anhalt nicht nur als politisches Warnsignal gesehen wird, sondern auch als eine Heimat, auf die Menschen stolz sein können.

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Alles Muss Raus - mit Thilo Mischke

Was passiert, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt tatsächlich an die Macht kommt – und was kann der Rest Deutschlands daraus lernen?

Am letzten Tag seiner Reise trifft Thilo Mischke Alexander Prinz, bekannt als „Der Dunkle Parabelritter“. Er lebt in Sachsen-Anhalt, beschäftigt sich seit Jahren mit ostdeutscher Identität und politischer Radikalisierung und beobachtet den Aufstieg der AfD aus nächster Nähe.

Die beiden sprechen über ein Bundesland, auf das kurz vor der Landtagswahl plötzlich wieder ganz Deutschland schaut. Warum ist die AfD gerade im ländlichen Raum so stark? Welche Rolle spielen wirtschaftlicher Strukturwandel, die Erfahrungen der Nachwendezeit und das Gefühl fehlender Perspektiven? Und warum wollen gleichzeitig so viele Menschen auf keinen Fall ihre Heimat verlassen?

Alexander befürchtet, Sachsen-Anhalt könnte zum „Experimentierlabor“ für die AfD werden: ein Ort, an dem sich erstmals zeigen könnte, was passiert, wenn die Partei tatsächlich politische Verantwortung übernimmt. Was würde das für Bildung, Medien und Pressefreiheit bedeuten? Und wäre ein solches Experiment eine Warnung für den Rest Deutschlands – oder der Beginn einer Entwicklung, die sich anschließend kaum noch aufhalten lässt?

Doch es geht auch um die Verantwortung von Medien. Haben Journalistinnen und Journalisten zu einem Bild vom Osten beigetragen, das Sachsen-Anhalt auf AfD, Rechtsextremismus und Frust reduziert? Alexander beschreibt, wie sich seine eigene ostdeutsche Identität erst ab 2015 stärker entwickelt hat – auch als Reaktion auf die Berichterstattung über Pegida und „den Osten“.

Und immer wieder kommen die beiden auf eine Frage zurück: Wie erreicht man Menschen, die sich von Politik und Medien längst verabschiedet haben? Alexander plädiert dafür, AfD-Wähler nicht zu Feinden zu erklären, sondern verstehen zu wollen, woher ihre Wut und Enttäuschung kommen – ohne deshalb ihre politischen Positionen zu übernehmen.

Ein Gespräch über AfD und Landtagswahl, Heimat und Nachwendezeit, die Fehler der Medien und darüber, warum Zuhören nicht dasselbe ist wie Zustimmen.

Und über die Hoffnung, dass Sachsen-Anhalt nicht nur als politisches Warnsignal gesehen wird, sondern auch als eine Heimat, auf die Menschen stolz sein können.